E-Food: 4 Beispiele für Stellschrauben im Onlinehandel

E-Food: 4 Beispiele für Stellschrauben im Onlinehandel

Wer mit E-Food punkten will, der muss auch trommeln und sich richtig positionieren. etailment stellt 4 Beispiele vom 3. Deutschen E-Food-Kongress in Wiesbaden vor und zeigt, welche Stellschrauben Bringmeister, Emmas Enkel, Supermarkt. de und der Near-Food-Anbieter Noblego nutzen.

OKOlaf KolbrückChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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etailment stellt 4 Beispiele vom 3. Deutschen E-Food-Kongress in Wiesbaden vor und zeigt, welche Stellschrauben Bringmeister, Emmas Enkel, Supermarkt. de und der Near-Food-Anbieter Noblego nutzen.

Bringmeister: Offline-Stammkunden für das Web begeistern

Bringmeister.de, die Online-Marke von Kaisers und Tengelmann, forciert die jüngst gestartete E-Food-Dachmarke inzwischen auch mit Werbung am Point of Sale, mit Plakatwerbung oder auch mit speziellen Rabatten für Online-Kunden auf dem Kassenbon. Stationäre Kunden für den Onlineshop interessieren – ein mutiger Versuch. Bringmeister zielt mit seinem Lieferservice in Berlin, München und Düsseldorf vor allem auf Stammkunden. Schnäppchenjäger sind nicht gefragt. Man hoffe vielmehr auf Konsumenten, denen die Bequemlichkeit und die Zeitersparnis im Onlinehandel etwas wert sei. Im Web wolle man keine Rabattschlachten führen, heißt es. In der Filiale und im Webshop bietet die Mülheimer Handelskette deshalb in der Regel auch unterschiedliche Preisaktionen an.

Emmas Enkel: Touchpoints als Marketing-Tool

Emmas Enkel in Düsseldorf zeigen, dass man sehr wohl über das Web Lebensmittel verkaufen kann. Der Webshop erwirtschaftet inzwischen den größeren Teil des Umsatzes. Nun liefert der Händler ein Teil-Sortiment sogar bundesweit aus, will mit weiteren Stores wachsen. Dabei haben die Gründer Benjamin Brüser und Sebastian Diehl ein gutes Gespür für das Marketing: Der kleine Laden mit guter Stube samt Sofa und Kinderspielecke ist ein Stück weit Marketing-Tool. Das gilt erst recht für Kontaktpunkte wie das Polytouch-Display im Markt oder die virtuelle Regalwand vor der Tür, an der per QR-Code mit dem Smartphone bestellt werden kann. Der Umsatzeffekt ist nahe null. Aber die Innovationen erzeugen immer wieder PR-Effekte.

Supermarkt.de: Vertrauen schaffen

Lebensmitteleinkauf ist auch Vertrauenssache. Dabei hilft in der Regel die stationäre Präsenz. Dominik Mühl, Gründer von Supermarkt.de, glaubt, dass es auch als Pure Player funktionieren kann. Er beurteilt die Aussichten für den Markt optimistisch: „Unsere Erkentnisse decken sich nicht mit den Beobachtungen der Marktforscher und Berater.“ Entscheidend für den Erfolg seien, neben Qualität und Service, in erster Linie das Sortiment, das zumindest alle Warengruppen abdeckt, und kundennahe Lieferzeiten. Supermarkt.de liefert bei einer Bestellung bis 11 Uhr noch am selben Tag. Bislang aber liefert der im Dezember 2011 gestartete Onlinehändler nur im Hamburger Raum. Binnen drei Jahren will Mühl das Konzept in den großen Metropolen multiplizieren.

Noblego: Mit SEO punkten

#Das Near-Food-Segment hat es im Lebensmittel-Onlinehandel durchweg leichter. So hat sich der Zigarrenversender Noblego, erst im Frühjahr gestartet, inzwischen zu einem der Top-Anbieter gemausert. Das liegt nicht nur an einer hochwertigen und content-orientierten Präsentation im Web, oder am gelungenen Premium-Packaging und den Serviceleistungen, sondern insbesondere an einer cleveren SEO-Strategie. Weil für Tabakprodukte keine Google Adwords erlaubt sind, punktet Suchmaschinenoptimierung nämlich umso mehr. Das Start-up hat zudem das Know-How etlicher einstiger Top-Manager von Rocket Internet im Rücken. Sie wollen Noblego zum Zalando für Zigarren machen. Doch die Pläne reichen über Zigarren hinaus. „Versandhandel für hochwertige Genussmittel“ ist das Ziel.

E-Food ist auch eines der großen Branchenthemen beim 4. Europäischen Online-Handelskongress – etailment Summit 2012 am 19. und 20.November in Berlin.

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Geschrieben vonOlaf Kolbrück

Chefredakteur

Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.

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