„Marktpotenzial nicht ausgeschöpft”

„Marktpotenzial nicht ausgeschöpft”

Wilhelm Weischer, Geschäftsführer der erfolgreichen Handelskette BabyOne, über Expansion und die Suche nach Franchisenehmern.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Wie haben Sie das erreicht?

BabyOne setzt ganz stark auf das Know-how der Franchisenehmer. Wir sind eine Dienstleistungszentrale und liefern ein gut funktionierendes System, sodass sich der Unternehmer vor Ort auf das lokale Geschäft konzentrieren kann. Die Partner kooperieren zum Beispiel mit Familienbildungsstätten und Hebammenpraxen. Wir setzen auch auf Service und reparieren Kinderwagen oder bieten einen „Schwangerschaftsbegleiter" an, der in Frauenarztpraxen ausliegt und Frauen während der Schwangerschaft mit Informationen versorgt. In Zusammenarbeit mit dem ADAC finden zudem regelmäßig Sicherheitstage in den Fachmärkten statt.

Sie expandieren kräftig weiter. Wie finden Sie passende Franchisenehmer?



Wir haben ein vierstufiges Auswahlverfahren entwickelt. Zuerst kommt ein persönliches Gespräch, dann eine Hospitation im Geschäft. Danach wissen wir meistens schon, ob der Bewerber zum Unternehmen passt. In einer dritten Stufe spricht der Kandidat mit einem Coach, schließlich wird die Finanzierung geklärt. Wir betrachten unsere Transparenz als Vorteil bei der Bewerbersuche: Bei uns gibt es keine Geheimnisse, man spricht offen über alle relevanten Zahlen des Unternehmens.

Ist es schwierig, die Finanzierung für die Partner auf die Beine zu stellen?

Damit haben wir bislang keine Schwierigkeiten. Als Einstieg fordern wir von potenziellen Franchisenehmern ein Eigenkapital in Höhe von rund 75.000 Euro, die Gesamtinvestition für einen Markt mit 1.000 bis 1.500 Quadratmetern beträgt rund 400.000 Euro.

Wie bereiten Sie den Boden für die Filialneugründung vor?

Wir machen eine sehr sorgfältige Standortanalyse: Wie viele potenzielle Kunden werden erreicht, wie viele Geburten sind prognostiziert, wie sieht die Wettbewerbssituation aus? Letztlich muss jedoch der Partner vor Ort mit seinem Engagement das Geschäft zum Laufen bringen.

Für die nächsten Jahre wird ein Geburtenrückgang vorausgesagt. Bereitet Ihnen das Sorge?

Nein, denn Eltern und Großeltern geben immer mehr Geld pro Kind aus. Hinzu kommt, dass die Mütter bei der Geburt durchschnittlich 30 Jahre alt sind und eine bessere wirtschaftliche Basis aufweisen als noch vor einigen Jahren. Wir glauben, dass das Marktpotenzial noch nicht ausgeschöpft ist, und wollen bis zum Jahr 2015 80 Standorte in Deutschland haben.


Interview: Marcelo Crescenti

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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