
Mehrwertsteuer runter, Reisekosten rauf
Wenn die Mehrwertsteuersenkung für Hotels nicht an die Firmenkunden weitergeben werden, zahlen diese die Zeche. Und die beträgt rund 400 Millionen Euro jährlich, schätzt der VDR.
383 Millionen Euro im Jahr mehr
Grundlage der Beispielrechnung ist ein durchschnittlicher Übernachtungspreis
ohne Frühstück von 95 Euro pro Nacht (brutto bei 19 Prozent Mehrwertsteuer).
Bei sieben Prozent Mehrwertsteuer und gleich bleibendem Brutto-Preis
können 12 Prozent weniger abgesetzt werden. Dies entspricht bei den derzeit rund 40Millionen inländischen Übernachtungen pro Jahr Mehrkosten in Höhe von 383 Millionen Euro, wenn die Hotels ihre Preise nicht senken.
Voller Preis beim Frühstück
Weitere Probleme ergeben sich für die Firmenkunden durch die getrennte
Betrachtung von Übernachtungsleistung und von "beherbergungsnahen"
Leistungen wie Frühstück oder Raummiete bei Veranstaltungen.
"Geschäftsreisende müssen hinnehmen, dass der volle Preis für das Frühstück bei der Reisekostenabrechnung abgezogen wird - anstatt nur einer Pauschale von
4,80 Euro bei Inklusivpreisen", ärgert sich Dirk Gerdom, Präsident des
VDR. "Ein solcher Abzug in voller Höhe bedeutet eine zusätzliche Belastung für Arbeitnehmer und somit eine Belastung der gesamten Marktwirtschaft."
Außerdem könnten durch die steigenden Kosten die Zahl der Übernachtungen zurückgehen: "Dies würde die Auslastung der Hotels zusätzlich verschlechtern und den positiven Effekt für die Hotellerie ins Gegenteil umkehren."
Verträge neu verhandeln
Hotels und Firmenkunden müssten sämtliche Verträge und Pauschalen für Tagungen neu verhandeln und Rechnungen nachbessern. Das bedeute wiederum einen Mehraufwand bei der Hotel- und Reisekostenabrechnung: Die Kostensteigerungen sind nach Meinung des Reisemanagers somit nicht nur reine Mehrkosten durch verminderten Vorsteuerabzug, sondern auch interne Prozesskosten.
"Wenn die Steuersenkungen tatsächlich dazu beitragen sollen, die schwächelnde Konjunktur wieder auf die Beine zu bringen, dann müssen diese Mehrbelastungen minimiert werden", fordert Gerdom.
Redakteurin
Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.
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