
Metro-Aufsichtsratschef Kluge legt Amt nieder
Paukenschlag in Düsseldorf: Nach dem angekündigten Weggang des Metro-Vorstandsvorsitzenden Eckhard Cordes räumt nun auch Aufsichtsratschef Jürgen Kluge seinen Posten.
David WöllensteinRedakteur"Die öffentliche Diskussion um die Führung der Metro hat die Atmosphäre beeinträchtigt. Ich bin davon überzeugt, dass persönliche Befindlichkeiten hinter die Interessen des Unternehmens zurücktreten müssen und möchte mit diesem Schritt neuen Freiraum schaffen", erklärt der Haniel-Chef weiter.
Zerschlagenes Porzellan
Kluge werde aber noch die Sitzung des Kontrollgremiums Anfang November leiten. Einen Nachfolger für den Metro-Vorstandsvorsitzenden Eckhard Cordes, der vergangenen Montag überraschend erklärte, nicht mehr für eine Vertragsverlängerung zur Verfügung zu stehen, konnte Kluge noch nicht benennen.
Der ehemalige McKinsey-Deutschlandchef war zuletzt zunehmend in die Kritik geraten, weil er sich neben dem Streit mit Metro-Chef Cordes auch öffentliche Auseinandersetzungen um die Unternehmensstrategie mit dem ehemaligen Celesio-Chef Fritz Oesterle lieferte. Die Bilanz von Kluge als Haniel-Vorstand besteht somit vor allem aus unerfüllten Ankündigungen und zerschlagenem Porzellan.
Als Nachfolger für Prof. Dr. Kluge als Mitglied des Aufsichtsrats hat die Familie Haniel dem Vorstand der Metro AG vorgeschlagen "unter Beachtung der Mitwirkungsrechte des Aufsichtsrats", die gerichtliche Bestellung von Franz Markus Haniel zu beantragen, heißt es in einer Presserklärung der Metro zum Rückzug von Kluge.
dpa, DH

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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