
Metro-Chef kritisiert Verdi scharf
Metro-Chef Olaf Koch wirft Verdi vor, die Tarifpartnerschaft zu gefährden und warnt die Gewerkschaft davor, den Bogen zu überspannen.
Thomas RehmRedakteurAm Donnerstag waren bereits die Einzelhandels-Arbeitgeber und die Gewerkschaft im Südwesten ohne Annäherung auseinandergegangen.
Koch verweist auf die Tarifflucht "anderer Unternehmen"
Koch kritisierte, der Metro-Konzern unter anderem mit Real und Kaufhof sei weit überproportional von Streiks betroffen. Die Tarifgemeinschaft sei auch "weiterhin wichtig und wünschenswert", sagte Koch. "Aber es gibt Grenzen, wenn diese Partnerschaft infrage gestellt wird - wie ja auch die Tarifflucht anderer Unternehmen zeigt."
In NRW fordert Verdi für 462.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sowie 231.000 geringfügig Beschäftigte der Branche 6,5 Prozent mehr Geld. Zudem soll der Manteltarifvertrag ohne Abstriche wieder in Kraft gesetzt werden. Die Arbeitgeber boten Anhebungen in zwei Stufen von 2,5 Prozent in diesem und 1,5 Prozent im nächsten Jahr an. Sie verknüpfen ihr Angebot aber mit Forderungen. Unter anderem wollen sie flexiblere Arbeitszeitregelungen durchsetzen.
Im Südwesten verlangt Verdi einen Euro mehr pro Stunde für die rund 220.000 tariflich Beschäftigten, lehnt aber Änderungen im Manteltarif und die Einführung neuer Lohngruppen ab. Die Arbeitgeber wollen Gehaltsstrukturen und Arbeitszeiten indes komplett überarbeiten.
Ende Juli hatte die zum Metro-Konzern gehörende SB-Warenhauskette Real die Entgelte der mehr als 35.000 Mitarbeiter ohne Rücksicht auf die laufenden Tarifverhandlungen um 2,5 Prozent erhöht.
dpa,

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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