
Millionenbuße für Supermärkte
Über mehrere Jahre sollen Hersteller und Supermarktketten die Preise bei Markenbieren, Süßwaren oder Kaffee abgesprochen haben. Nun hat das Kartellamt saftige Bußgelder verhängt.
David WöllensteinRedakteurRossmann hat als einziger Einspruch eingelegt
Verbotene Preisverabredungen zu Süßwaren von Haribo werden außerdem Lidl vorgeworfen, bei Kaffee verlangt die Behörde Bußgeld von der Drogeriemarktkette Rossmann. Rossmann habe als einzige Kette dagegen Einspruch beim Oberlandesgericht Düsseldorf eingelegt. In allen anderen Fällen hätten die betroffenen Firmen sich einvernehmlich mit dem Kartellamt verständigt, so das Kartellamt.
Die neue Serie von Bußgeldern geht auf Durchsuchungen aus dem Jahr 2010 zurück. Dabei waren 15 Lebensmittel- und Drogerieketten sowie Unternehmen für Tierbedarf und Markenartikel-Produzenten durchsucht worden. In dem Verfahren geht es um sogenannte Vertikal-Absprachen zwischen Produzenten und Handelsketten, die genauso verboten sind wie Absprachen von Ketten oder Herstellern untereinander.
In einem ersten Schritt hatte das Bundeskartellamt im Juni 2015 knapp 152 Millionen Euro Bußgeld verhängt. Mit den neuen Bußen sei die Gesamtsumme nun auf gut 242 Millionen Euro gestiegen, teilte das Bundeskartellamt mit. Gegen drei Unternehmen stünden die Verfahren aus dem Komplex noch aus. Sie würden voraussichtlich in den nächsten Monaten abgeschlossen, so das Bundeskartellamt.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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