
Mobile Payment: An der Hoffnung wird nicht gespart - NFC-Offensive im LEH
Bei Breuninger können Kunden künftig über die hauseigene App mobil bezahlen. Die Option ist schmal geschnitten. „Eine mittlere vierstellige Zahl“ an Kunden nutzt die App inzwischen, weiß die TextilWirtschaft. Mit Trippelschritten nähern sich auch andere Anbieter dem Mobile Payment. Ein aktuelle Studie bescheinigt dem „Mobile Point of Sale“ gleichwohl gute Aussichten. Zumal auch große Ketten vermehrt eigene Lösungen anbieten.
Bei Breuninger können Kunden (wie berichtet) künftig über die hauseigene App mobil bezahlen. Die Option ist schmal geschnitten. „Eine mittlere vierstellige Zahl“ an Kunden nutzt die App inzwischen, weiß die TextilWirtschaft. Mit Trippelschritten nähern sich auch andere Anbieter dem Mobile Payment. Ein aktuelle Studie bescheinigt dem „Mobile Point of Sale“ gleichwohl gute Aussichten. Zumal auch große Ketten vermehrt eigene Lösungen anbieten.
Laut dem aktuellen Payment-Barometer, das vom Zahlungsspezialisten ConCardis, den Forschern von ibi research an der Universität Regensburg und dem Wirtschaftsmagazin Der Handel durchgeführt wurde, kann bei einem Viertel der befragten Händler bereits kontaktlos mit Karte oder Mobiltelefon bezahlt werden. Es nutzen jedoch erst 7 Prozent der Händler bisher mPOS-Lösungen (Mobile Point of Sale) zur Abwicklung einer Kartenzahlung; immerhin 23 Prozent planen die Einführung. Wer ein solches Verfahren bereits eingeführt hat, ist offensichtlich sehr zufrieden damit: 80 Prozent der Befragten würden die Nutzung von mPOS weiterempfehlen.
Unterdessen arbeiten laut Lebensmittel Zeitung Lidl, Kaufland und dm-Drogeriemarkt an der kontaktlosen Bezahlung per NFC. Lidl will die Option beispielsweise bis Februar 2016 deutschlandweit an allen Kassen anbieten. Rossmann will bis Ende 2016 so weit sein.
Aldi Süd ermöglicht seit Herbst das kontaktlose Bezahlen per NFC mittels Kreditkarten der neuesten Generation von Mastercard und Visa sowie mit NFC-fähigen Smartphones und Digital-Wallet-App großer deutscher Mobilfunkanbieter. Aldi Nord akzeptiert hierzulande seit Sommer NFC-Zahlungen per Karte oder Handy.
Jetzt fehlen nur noch die Kunden.
Die gewöhnen sich derzeit eher im Restaurant oder im Taxi an das digitale Bezahlen. "Unserer Analyse zeigt, dass derzeit mPOS-Zahlungsverfahren eher in speziellen Bereichen wie der Gastronomie, bei mobilen Verkäufern oder in Taxen eingesetzt werden. Es ist jedoch zu erwarten, dass insbesondere auch aufgrund der Verbreitung von Smartphones das Angebot und die Nutzung dieser Lösungen steigen wird", so Georg Wittmann von ibi research, der das Payment Barometer verantwortet. Mit der wachsenden Akzeptanz bei großen Discount-Ketten und Handelsunternehmen könnte die Nutzung zudem 2016 auch den Massenmarkt erreichen. Vielleicht.
Marcus W. Mosen, Geschäftsführer von Concardis, rechnet jedenfalls „mit einer zunehmenden Händlernachfrage nach mPOS-Zahlungslösungen, und zwar insbesondere von solchen, die auch kontaktloses Bezahlen mittels NFC-Technologie ermöglichen."
Doch für eine breitere Nutzung müssten die Händler auch mal trommeln. Nicht einmal jeder dritte Händler bewirbt die mobile Option. Und wer wirbt, das darf man getrost unterstellten, tut dies derzeit noch eher mit gut versteckten Flyern.
Chefredakteur
Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.
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