Mobile Payment: Raus aus dem Zettel-Chaos

Mobile Payment: Raus aus dem Zettel-Chaos

Was nervt: Der Plastikkarten-Overload im meiner Brieftasche, die Kassenzettel-Wegwerf-Orgien an der Kasse, weil ich die ohnehin verbummeln würde. Hier böte sich den Mobile Payment-Anbietern ein Weg, die Attraktivität ihrer Modelle zu steigern und aus der Nische zu holen. Anbieter wie Reposito und NuBon zeigen Lösungen auf.

OKOlaf KolbrückChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Was macht Reposito? Die App sammelt Kassenzettel und schafft damit neue Kontaktpunkte. Auch Kundenkarten lassen sich digitalisieren.

Mit einem QR-Code, der an der Kasse generiert wird, können Händler die App direkt integrieren. Alle Kassenzetteldaten werden automatisch nach Scan des QR-Codes durch den Kunden auf das Smartphone geladen – mit Bild des Produkts und Logo des Händlers. Über mobiles Couponing können Händler zudem ihren Kunden einen Gutschein per Smartphone senden, wenn der Kunde im oder vor dem Geschäft steht. Reposito kann auch in Apple Passbook integriert werden. Euronics XXL-Filialen am Bodensee (Video) haben das bereits getestet.

Weiterer Vorteil: Auch Kundenkarten lassen sich mit der Reposito App abfotografieren. Der Kunden muss dann im Laden nur noch sein Handy vorzeigen.

Das 2011 von Philipp Hartmann und Adrian Runte gegründete Start-up erreicht inzwischen immerhin über 200.000 Konsumenten, die ihre Kassenzettel digital sammeln und verwalten. Ein Anfang.

Wenn man dieser Art der Verwaltung nun mit dem Mobile Payment verknüpft und über Rabatte zusätzliche Anreize schafft, könnte das Smartphone schneller zur digitalen Geldbörse werden.

Gesucht: Die eierlegende Wollmilchsau



Auch die Otto Group schaufelt mit der Kundenbindungs-App NuBON Kassenbons direkt digital auf’s Handy. Die Couponing- und Loyalty-App ist bei Görtz, Deichmann und Wöhrl einsetzbar. Auch mobile Coupons sind innerhalb der App möglich.

Spannend wird NuBon in der Verbindung mit Yapital, dem neuen Multichannel-Zahlungssystem der Otto Group, das im Sommer starten soll. Bei Yapital wird ein QR-Code auf einem Terminal oder dem Kassendisplay angezeigt – wahlweise auch auf Druckmedien wie Rechnungen oder Plakatwänden, mit dem Smartphone abfotografiert und so dann die Zahlung ausgelöst.

Wie Yapital-Geschäftsführer Nils Winkler im Interview mit etailment bestätigte, wird die NuBON-App auch eine Bezahlfunktion beinhalten und mit Yapital funktionieren. Umgekehrt wird auch Yapital Funktionen von NuBON übernehmen.

Start: Vermutlich in diesem Sommer. Dann könnte Mobile Payment endlich mehrdimensional werden.

Allerdings verspricht auch barcoo zusammen mit dem Paymentservice Sqwallet von mr. commerce die eierlegende Wollmilchsau beim Mobile Payment, in dem es die Payment Funktion von mr. commerce in die barcoo-App integriert. Bei SqWallet hinterlegen Nutzer ihre Daten samt Kontodaten, bekommen dann beim Einkauf an der Supermarktkasse einen QR-Code angezeigt, bestätigen den Betrag per Pin und schwupps ist alles bezahlt.

Allein, es fehlt noch an potenten Partnern im Handel, obwohl barcoo mittlerweile 10 Millionen Downloads vorweisen kann.

Das allein genügt aber vielleicht nicht. Gerade beim Payment zählt auch Vertrauen. Markenvertrauen Und da könnte das Duo Yapital/NuBON mit Otto im Rücken die besseren Karten haben.

Denn weit vor jedem Gedanken an Convenience und Schnäppchen rangiert bei Kunden Studien zufolge der Sicherheitsaspekt bei Mobile Payment an erster Stelle.

So kommt die Studie „Smartphone Mobile Internet eXperience (SMIX)“ des Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGov zu dem Ergebnis, dass sich etwa die Hälfte aller Smartphone-Nutzer eine Verwendung der verschiedenen Mobile Payment-Optionen derzeit nicht vorstellen kann. Hauptursache: Sicherheitsbedenken.
Mehr als die Hälfte der Smartphone-Nutzer (56 Prozent) findet Systeme mit denen man Einkäufe per Mobiltelefon bezahlen kann unsicher. 39 Prozent lehnen die Möglichkeit Einkäufe per Mobiltelefon zu bezahlen sogar grundsätzlich ab.
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Geschrieben vonOlaf Kolbrück

Chefredakteur

Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.

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