
Aldi, Alibaba, Boohoo, Brexit, Click & Collect, Lidl, Weihnachtsgeld
Die Perspektiven für den stationären Handel sind aktuell einmal wieder trübe. Im Berchtesgadener Land gelten ab heute strikte Ausgangsbeschränkungen: Die eigene Wohnung darf nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe verlassen werden. In Wales müssen ab Freitag alle "nicht wesentlichen Einzelhändler" schließen, dann treten neue strenge Kontaktbeschränkungen in Kraft, die zunächst bis 9. November terminiert sind. 2020 ist sehr volatil.
HANDEL NATIONAL
Diskussion über die vorzeitige Auszahlung des Weihnachtsgeldes
Der Handelsverband Deutschland hat zurückhaltend auf Vorschläge von Politikern reagiert, Weihnachtsgeld-Zahlungen vorzuziehen und damit den Einzelhandel zu stärken. Hauptgeschäftsführer Stefan Genth sagte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur: "Wir begrüßen alle Maßnahmen, die unseren Innenstadt-Einzelhändlern helfen, durch diese Corona-Krise zu kommen. Eine vorgezogene Auszahlung des Weihnachtsgeldes hilft wahrscheinlich den Geschäften in der Innenstadt jedoch nur in sehr geringem Umfang. Leider meiden viele Kunden zurzeit den Einkaufsbummel, weil sie in Corona-Zeiten möglichst wenigen Menschen begegnen wollen."
HANDEL INTERNATIONAL
Aldi weitet Click & Collect-Service im UK langsam aus
Als ParcelLab unlängst 2.000 Online-Shopper in Deutschland zu ihren Bedürfnissen in Sachen Paketversand befragte, sagten nur 28%, sie würden Click & Collect nutzen, 54% hingegen lehnten diese Möglichkeit sogar aktiv ab. Im Ausland ist die Art der Lieferung weniger verpönt. Im Vereinigten Königreich weitet Aldi den Service langsam aus: Mittlerweile können Kunden ihre online bestellte Ware bei 9 Geschäften einfach abholen, bis Ende Oktober sollen 6 weitere folgen. Auch in Sachen Lieferdienste ist Aldi aktiv: Die im Mai begonnene Zusammenarbeit mit Deliveroo wurde in der vergangenen Woche auf 42 Geschäfte ausgeweitet, es wird erwartet, dass weitere hinzukommen.
Brexit: No-Deal bleibt realistische Möglichkeit, aber Verhandlungen laufen weiter
Das British Retail Consortium (BRC) sagte, es sei "zutiefst besorgt" über eine Erklärung von Premierminister Boris Johnson, das Land solle sich auf einen "No-Deal" Brexit im Januar vorbereiten. Die Sorge ist begründet. Wie der Spiegel berichtet, wolle die Regierung britische Unternehmer auffordern, Vorbereitungen für einen solchen Austritt zu treffen. Rund 200.000 Händler würden einen Brief erhalten, in dem neue Zoll- und Steuervorschriften dargelegt werden. Am Montagabend deutete sich jedoch an, dass die Verhandlungen vielleicht doch noch zu einem konstruktiven Abschluss gebracht werden können.
Alibaba übernimmt Supermarktkette Sun Art
Der chinesische E-Commerce-Gigant Alibaba kauft für 3,6 Mrd. Dollar (etwa 3 Mrd. Euro) einen Großteil der Anteile der in Hongkong beheimateten Supermarktkette Sun Art. Bisheriger Inhaber dieser Anteile war die französische Warenhauskette Auchan. Mit der Transaktion soll Alibaba etwa 72 Prozent von Sun Art besitzen. Wie Pressetext berichtet, wolle Alibaba mit der Übernahme von Sun Art seine "New Retail"-Strategie fortsetzen. Diese beinhalte einen starken Fokus auf dem Lebensmittelhandel. Besonders auf den Online-Verkauf wolle das Unternehmen künftig setzen, weil dieser durch die Corona-Krise stark angeheizt wurde.
Boohoo macht wieder Schlagzeilen - diesmal weil PwC die Prüfung einstellt
Nachdem der britische Fast-Fashion-Einzelhändler Boohoo Group Plc mitgeteilt hat, einen neuen Wirtschaftsprüfer zu suchen, der PricewaterhouseCoopers ersetzen solle, sind die Aktien am Montag um 17% gefallen. Die Ankündigung erfolgt, nachdem die Financial Times am Sonntag berichtet hatte, dass PwC aus Reputationsgründen beschlossen habe, die Prüfung von Boohoo einzustellen. Erst im August hatte das Unternehmen einen noch stärkeren Kursturz erfahren, als Ungereimtheiten in Bezug auf Mindestlöhne und Covid-19-Regeln bei Boohoo-Lieferanten bekannt geworden waren.
TRENDS & TECH
Lidl will eigenes Smartphone-Bezahlsystem starten
Mit der Kundenkarte Lidl Plus hat der Discounter den Kampf mit Payback & Co. aufgenommen. Wie die WirtschaftsWoche schreibt, solle die App nach und nach erweitert werden und auch Bezahlfunktionen einschließen: „Die Bezahlfunktion wird eine der nächsten Erweiterungen für die deutsche App sein“, hat Lidl-Digital-Geschäftsführer Dominik Eberhard angekündigt.
Redakteur
1987 Beginn als freier Journalist für regionale Tagesszeitungen, ab 1994 Redakteur bei Horizont, der Fachzeitung für Marketing, Werbung und Medien im Deutschen Fachverlag, ab 1997 Pressereferent der Das Werk GmbH, Frankfurt am Main, später Pressesprecher der Das Werk AG. Ab Juli 2003 selbständig als PR-Berater, Autor und Redakteur tätig, immer wieder auch für Horizont. Von April 2012 bis August 2017 leitender Redakteur des von der dfv Association Services, Frankfurt am Main, herausgegebenen Magazins für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Rechtsabteilungen „unternehmensjurist“. Seit September 2017 wieder frei tätig, unter anderem für Packaging 360 Grad, Horizont und etailment.
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