Inkassokosten, Devolo, Tarifverhandlungen, Alibaba, Twitter, Shein, Inflation, Kaufverhalten, Finanzbildung, Uber, Verpackungen

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Kaum haben die Sneaker-Fans dafür gesorgt, dass Shein gefälschte Modelle von Air Jordan aus dem Programm nimmt, geht der Handel mit den Schuhen auf dem nächsten Marktplatz weiter. Externe Händler setzen auf den Boom von Temu in den USAund bieten die Fälschungen dort an. Die Modelle sind in unterschiedlichen Farben verfügbar und einige mit einer dem Original ähnlichen Nachbildung des Jumpman Logo von Nike ausgestattet. Die niedrigsten Preise liegen unter 16 US-Dollar.

WMWolfram MarxRedakteur
6 Min.· Aktualisiert am
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HANDEL NATIONAL

Gericht entscheidet zugunsten der Verbraucher wegen Inkassokosten
Das Hanseatische Oberlandesgericht hat in einem Musterfeststellungsverfahren zur Geltendmachung von Inkassokosten zugunsten der Verbraucher entschieden. Die Verbraucherzentrale Bundesverband hatte Klage gegen die Otto-Tochter EOS Investment eingereicht. Für die Beauftragung der EOS Deutscher Inkasso Dienst wurde gegenüber den Verbrauchern eine Inkassovergütung geltend gemacht. Nach der Entscheidung des Gerichts stellen die Kosten keine ersatzfähigen Verzugsschäden der Beklagten dar, die Verbraucher müssen die Inkassokosten nicht zahlen. Die Verpflichtung bestehe nur, wenn die Rechtsverfolgungskosten beim Gläubiger tatsächlich anfielen. Dies sei aber "wegen der zwischen der Beklagten als Forderungsgläubigerin und der EOS DID als Inkassodienstleisterin vereinbarten Vergütungsstruktur nicht der Fall". Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, EOS hat bereits Revision beim Bundesgerichtshof angekündigt.

Devolo mit B-to-B-Online-Shop
Netzwerktechnik-Anbieter Devolo aus Aachen hat seinen Endkunden-Online-Shop um einen B-to-B-Shop ergänzt. Geboten würden unter anderem Spezialgebinde für größere Stückzahlen und ein eigener Support, berichtet die Zeitschrift CE-Markt (Heft 6/2023). Im Unterschied zum Privatkunden-Shop ließen sich getrennte Warenkörbe einrichten, Einkaufslisten im CSV-Format importieren und vergangene Bestellungen erneut auslösen. Ratgeber, Case-Studies und exklusive Produkte sollen folgen.

Luft in Tarifverhandlungen wird rauer
Nach der Auffassung des Handelsverbands Bayern sind die jüngsten Warnstreiks nicht zulässig, der Verband droht Verdi nun mit Schadenersatzklagen, meldet die Lebensmitteilzeitung auf Grundlage einer DPA-Meldung. So habe es für Händler Millionenschäden gegeben, Verdi stufe diese Vorwürfe als substanzlos ein. Die Gewerkschaft wolle mit Streiks gegen tarifgebundene Unternehmen die gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit des Tarifabschlusses erzwingen, so der Verband. Ein Warnstreik sei unzulässig, wenn nur eine der dort angegebenen Forderungen rechtswidrig seien. Um die dann möglichen Klagen zu verhindern, müsse Verdi die Forderungen anpassen.


HANDEL INTERNATIONAL

Alibaba will mit Tmall nach Europa expandieren
Der chinesische Online-Konzern Alibaba plant den Start seines Online-Shops Tmall in Europa. Präsent ist Tmall innerhalb eines Pilotprojekts bereits in Spanien, in Zukunft sollen dann weitere europäische Länder folgen, berichten die Wirtschaftswoche und Cnbc. Alibabas Ziel sei es nach einer Ankündigung des Alibaba-Präsident Michael Evans, "lokale Marken und lokale Kunden auf lokalen Märkten zu bedienen". Im April hatte Alibaba die Aufteilung des Konzerns in sechs Bereiche, die voneinander unabhängig seien, bekannt gegeben. Bislang ist Alibaba mit Aliexpress präsent. Hier werden primär chinesische Produkte verkauft.

Klage gegen Twitter wegen Urheberrechtsverletzungen
Die National Publishers’ Association (NMPA) in den USA hat Klage gegen Twitter wegen Urheberrechtsverletzungen eingereicht. Der Klage angeschlossen haben sich 17 Musikunternehmen, die Höhe des Schadensersatzes liegt bei 250 Millionen US-Dollar, schreibt Onlinehändler-News. Es gebe keine Lizenzverträge, da diese nach der Twitter-Übernahme durch Elon Musk gekündigt worden und noch keine neuen abgeschlossen seien. Es drehe sich um rund 1.700 Musikstücke. Twitter erreiche durch das Abspielen der Musik Vorteile gegenüber Instagram, Tiktok oder Youtube, die Entgelte an die Musikproduzenten bezahlten.

Shein nimmt Haushaltsgeräte und etablierte Marken ins Programm
Shein erweitert das Angebot und bietet auf dem Marktplatz in den USA und Brasilien nun auch Haushaltsgeräte an. Verfügbar sind mobile Waschmaschinen, Produkte für Smarthomes und Heimwerker, berichtet Fashion United. In einem weiteren Schritt führe Shein globale Marken ein, dazu gehöre die Kooperation mit Boutiquen, die diverse Marken im Angebot hätten, um weitere Produkte aus den Bereichen Kleidung, Drogerie und Lifestyle aufnehmen zu können. Der Marktplatz solle auf weitere Länder ausgedehnt werden.

Inflationsrate im Euroraum sinkt auf 6,1 Prozent
Die Inflationsrate im Euroraum sinkt weiter. Im Mai lag sie nach Angaben von Eurostat bei 6,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, im April 2023 hatte die Rate einen Wert von sieben Prozent. In der Europäischen Union sank die Quote ebenfalls um einen Prozentpunkt von 8,1 auf 7,1 Prozent. Dabei liegt Deutschland mit einem Wert von 6,3 Prozent auf Platz elf, die höchste Rate gibt es in Ungarn mit 21,0 Prozent. Die niedrigsten Raten erreichen Luxemburg (2,0 Prozent), Belgien (2,7 Prozent), Dänemark und Spanien (je 2,9 Prozent). Den höchsten Beitrag für die Inflation errechnen die Statistiker für den Komplex Lebensmittel, Alkohol und Tabak mit einem Plus von 2,15 Prozent.


Online-Verkauf von Reisen mit starkem Wachstum
Der Reisesektor weist im vergangenen Jahr im Online-Verkauf das stärkste Wachstum der im E-Ecommere Report 2022 von Nexi untersuchten Branchen auf. Das Plus auf einen Gesamtumsatz von 73,4 Millionen Euro liegt bei 75 Prozent, an der Spitze stehen die Buchungen von Mietwagen mit einem Zuwachs von 217 Prozent, bei den Flügen gab es ein Plus von 96 Prozent, bei den Pauschalreisen von 80 Prozent. Nach der Einschätzung der Marktforscher wird sich dieser Trend fortsetzen. Von den Ausgaben für materielle Güter in Höhe von 120 Milliarden Euro entfallen 42 Prozent auf Kleidung (27,2 Prozent), Schuhe (11,9 Prozent) und Haushaltsgeräte (11,6 Prozent), dahinter folgen Lebensmittel (9,9 Prozent) und elektrische Haushaltsgeräte, Computer und Smartphones (9,2 Prozent). Insgesamt weisen die physischen Güter aber ein Minus von drei Prozent auf.

Kinder beginnen früh mit dem Online-Kauf
Kinder geben schon früh zum ersten Mal Geld bei einem Online-Kauf aus, doch ihnen fehlt in vielen Fällen die entsprechende Bildung für den Umgang mit Geld. So lauten die Ergebnisse einer Untersuchung von Mastercard in Kooperation mit Bling. Die Quote der Kinder, die jünger als zehn Jahre in einem Online-Shop alleine oder mit den Eltern eingekauft haben, liegt bei 20 Prozent, das Durchschnittsalter für den ersten Kauf beträgt zwölfeinhalb Jahre. 38 Prozent der Kinder zwischen zehn und 18 Jahren haben mit falschen Altersangaben ein Kundenkonto eröffnet, rund 22 Prozent haben mindestens einmal ohne das Einverständnis der Eltern eingekauft. Dabei tun sich 22 Prozent der Eltern bei der Finanzbildung ihrer Kinder schwer, 56 Prozent wünschen sich den Umgang mit den Finanzen als Thema in der Schule.

Uber startet Video-Werbung auf den Apps
Uber bietet den Werbepartnern in den USA erstmals die Möglichkeit der Präsentation ihrer Produkte per Video. Das neue Angebot umfasst die Apps von Uber, Uber Eats und des Online-Shops und Lieferservice für alkoholische Getränke Drizly. Die Unternehmen könnten die Verbraucher zu dem Zeitpunkt erreichen, wenn sie besonders engen Kontakt mit Uber hätten, so beim Warten auf den Fahrer, der Suche nach Essensbestellungen oder dem Einkauf bei Drizly, promotet Uber das neue Format. Die Videos könnten auch nach Abschluss des Bestellprozesses platziert werden. Nach dem Start in den USA soll das neue Format im Herbst weltweit verfügbar sein.


NACHHALTIGKEIT

94 Prozent weniger CO₂ bei Verpackungen bis 2045 möglich
Die Treibhausgasemissionen bei der Produktion und Nutzung von Verpackungen können in Deutschland in den nächsten zwei Jahrzehnten deutlich gesenkt werden. Nach einer Studie der GVM Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung und des Ifeu-Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg liegt die Quote bei 94 Prozent. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Höhepunkt des Verpackungsverbrauchs 2021 erreicht wurde und der Einsatz in Zukunft kontinuierlich sinken wird. Entscheidende Faktoren seien hierbei leichtere Verpackungen, Mehrwegeinsatz, verpackungssparendes Konsumverhalten, die steigende Nutzung von recyceltem Material und die stark verbesserte Kreislaufwirtschaft von Verpackungen.
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WM
Geschrieben vonWolfram Marx

Redakteur

Wolfram Marx ist Journalist und schreibt für etailment unter anderem das Morning Briefing mit den täglichen Nachrichten aus Handel und E-Commerce. Seine Beiträge erschienen zudem in weiteren Fachtiteln der dfv Mediengruppe wie TextilWirtschaft, ahgz und Food Service sowie in der Rheinischen Post und im Reisefachmedium Travel ONE.

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