
Zalando lässt Börse jubeln, Edeka will Online-Verluste klein halten, Internetstores, Walmart, Aldi, L'Oreal, US-Ladensterben
Liebe Leserin, lieber Leser, wir expandieren nicht. Wir machen ja jetzt schon genug Verluste. So einen Satz hat man beispielsweise von Zalando, bitte korrigieren Sie mich, in den ersten Jahren auch nie gehört. Man hört ihn mit Blick auf das Digitalgeschäft heute von stationären Händlern, die ob ihrer Marktmacht auf der Fläche kaum laufen können. Hoffen wir, dass sie eines Tages nicht hinterherlaufen.
Edeka hält Bringmeister klein
Edeka stiegert seinen Umsatz 2018 laut Geschäftsbericht (pdf) und Finanzbericht (pdf) um um 3,2 Prozent auf 53,6 Mrd. Euro. Das Online-Geschäft ist da nur ein kleines Zubrot. Die Lebensmittel Zeitung (Paywall) rechnet zusammen, dass 2018 die Umsätze der Webshops von Netto, Plus.de, Garten XXL und Bringmeister um rund 10 Prozent auf 130 Mio. Euro gestiegen sind. Nicht darin enthalten seien die Umsätze der Kaufleute, denen Edeka über die Plattform Olivia die digitale Infrastruktur für eigene Shops an die Hand gibt. Die Resonanz ist aber noch verhalten. Die Online-Erlöse der Selbständigen beliefen sich im Jahr 2018 auf einen einstelligen Millionenbetrag. Sind als auch hier auf Käsetheken-Niveau. Bringmeister, in München und Berlin aktiv, soll zudem erst einmal nicht expandieren. "Mit der weiteren Expansion würden wir die Verluste ausweiten", zitiert die Lebensmittel Zeitung einen Edeka-Sprecher.
Fahrrad.de eröffnet weiteren Laden Fahrrad.de eröffnet einen neuen Laden in Hamburg. Präsent ist man bereits in Berlin, Düsseldorf, Stuttgart. Fahrrad.de gehört zu Internetstores, Europas größter Ausrüster für Bike und Outdoor – mit über 40 Online-Shops in 14 Ländern.
MediaMarkt und Saturn machen die Musik aus
MediaMarkt und Saturn beerdigen Ende des Monats ihren Musikstreamingdienst Juke. Muss man eigentlich nicht melden. Die paar Kunden kann die Elektronikkette vermutlich persönlich verabschieden.
INTERNATIONAL
Walmart verkauft Kindermode im Abo
Walmart verkauft künftig online ein Mode-Abo für Kinder in Zusammenarbeit mit Kidbox, das Techcrunch als "StitchFix für Kinder" bezeichnet. Anders gesagt: Es gibt individuell kuratierte Kinderbekleidung als Box mit vier bis fünf Modeartikeln für rund 48 Dollar.
Aldi testet Self-Service-Checkout
Wenn deutsche Discounter digital mutig sind, sind sie das gerne im Ausland. Aldi testet nun Self-Service Checkout in Großbritannien. Aldi ist damit klarer Nachzügler. Lidl (150 Filialen), Tesco, Asda und Sainsbury’s setzen die Selbstbedienungskasse schon in der Breite ein. Erster Tester von SB-Kassen in Deutschland war übrigens der Discounter Netto 2018. Der Fairness halber muss man sagen, es liegt nicht nur am Mut. Es liegt auch an amteurhaften Versuchen hierzulande. Und am deutschen Kunden. Der kann schon zuweilen sehr eigen sein.
L'Oreal scannt die Haut per Selfie
L'Oreal bietet nun ein Tool zum Gesichtsscannen, das eine dermatologische Beratung bieten soll, meldet Drum. Das Effaclar Spotscan-Tool von La Roche-Posay scannt das Gesicht per Webcam und gibt dann Empfehlungen für die Behandlung von Hautstörungen. Demo-Video
- ANZEIGE -
Machen Sie den Vergleich: Sind Sie schon E-Invoicing-fähig?
Mit diesem einfachen Quiz im Origami-Stil entdecken Sie, wie digitalisiert Ihr Unternehmen bereits ist. Vergleichen Sie Ihren Status Quo im Rechnungswesen mit der Konkurrenz und erhalten Sie anschließend die aktuelle Fraunhofer-IAO-Studie und ein eBook zum Thema E-Invoicing. Zum Quiz.
TRENDS & FAKTEN
Ladensterben in den USA
Auch wenn gerade wieder ein Onliner einen Laden eröffnet hat, in den Städten wird bald mehr Platz sein. Gerade hört man aus den USA, dass die Händler dort in diesem Jahr schon 5.994 Filialschließungen und 2641 Neueröffnungen angekündigt haben. Zum Vergleich: 2018 waren es insgesamt 5.864 leere Läden. Die Leerstände nehmen zu - auch hierzulande. Der Onlinehandel kann gar nicht so schnell offline gehen, wie sich die Lücken auftun.
Favorit der Leser am Vortag
Wenn Amazon entscheidet, das Verkäuferkonto zu sperren, fühlen sich viele Händler dem Onlineriesen hilflos ausgeliefert. Kein Wunder: Amazon ist Ankläger, Richter und Henker zugleich. Immerhin kann der bestrafte Händler gegen Amazons Urteil Berufung einlegen. Dabei gilt es allerdings einiges zu beachten.
Das „Morning Briefing“ ist der News-Espresso zum Frühstück. Teilen Sie das gerne mit Freunden und Kollegen. Danke vorab! Hier geht es zum Abo. Unsere Newsletter liefern Nachrichten über die man spricht, Analysen und Hintergründe.
Chefredakteur
Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.
Alle Beiträge