
Neckermann: Kaum noch Chancen
Die Rettung des insolventen Versandhauskonzerns Neckermann.de wird immer unwahrscheinlicher. Wie die vorläufigen Insolvenzverwalter Joachim Kühne und Dr. Michael Frege von der Kanzlei CMS Hasche Sigle mitteilten, gestaltete sich die Suche nach einem Investor als äußerst schwierig. „Es zeichnet sich ab, das für viele Interessenten die Herausforderungen als zu komplex erscheinen“, heißt es in einer Pressemitteilung. In der Folge werde die Lage für das Unternehmen „immer aussichtsloser“.
„Es zeichnet sich ab, das für viele Interessenten die Herausforderungen als zu komplex erscheinen“, heißt es in einer Pressemitteilung. In der Folge werde die Lage für das Unternehmen „immer aussichtsloser“.
Wie die TextilWirtschaft aus gut informierten Kreisen erfuhr, haben viele Interessenten wegen des hohen Investitionsstaus bei Neckermann abgewunken. „Da in den vergangenen fünf bis zehn Jahren zu wenig in den Wandel investiert wurde, ist der Versender in vielen Belangen nicht wettbewerbsfähig“, sagt in Insider. Daher müsste der neue Eigner viel Geld in die Hand nehmen, um die Frankfurter Firma auf den aktuellen Stand zu bringen.
Ein weiterer Ablehnungsgrund war offenbar das fehlende Kostenbewusstsein bei Neckermann: „Die Investoren monieren vor allem, dass ihrer Ansicht nach über einen langen Zeitraum hinweg nicht kostenbewusst gewirtschaftet worden sei“, sagt Insolvenzverwalter Frege.
Letzte Hoffnungen ruhen auf drei Finanzinvestoren
Die direkten Mitbewerber von Neckermann sind dem Vernehmen nach nicht an einer Übernahme interessiert. In der Folge konzentrierten sich die Hoffnungen auf drei Finanzinvestoren, die nach achtwöchiger Suche übrig geblieben seien. Laut CMS haben sich insgesamt 50 potenzielle Investoren den Versandhändler intensiv mit den Geschäftsverhältnissen von Neckermann befasst.
Die Zeit drängt insofern, als die Agentur für Arbeit das Insolvenzgeld nur bis Ende September bezahlt. Anschließend muss der Versandhändler selbst für die Personalkosten aufkommen, die bei etwa 100 Mill. Euro im Jahr liegen. Das heißt: Ohne Investor kann das Unternehmen nicht weiterexistieren. Das hatte Neckermann-Geschäftsführer Henning Koopmann bereist im August betont
Die Neckermann-Tochter Happy Size ist ebenfalls auf Investorensuche, nachdem der Große Größen-Anbieter vorige Woche Insolvenz angemeldet hat. Die Mitbewerber Sheego und Ulla Popken haben bereits abgewinkt.
Chefredakteur
Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.
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