
Neue Unterstützung für Minister Müller
Sie bewegen sich doch. Das Textilbündnis des Entwicklungsministers hat nun eine breite Unterstützung von der Textilbranche. Namhafte Händler sind der Initiative beigetreten, die viel erreichen möchte, aber nicht alles leisten will.
Steffen GerthRedakteur Der Handel und etailmentAnfang eines internationalen Prozesses
"Wir haben mit dem Textilbündnis einen ambitionierten Aktionsplan erarbeitet, der nun einen breiten Beitritt der Wirtschaft ermöglicht", betonte Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland.
Einig sei man sich, dass Unternehmen auch in Lieferländern keine Aufgaben des Staates oder der Tarifpartner wahrnehmen könnten. Die Unterzeichner sehen das Textilbündnis als Anfang eines internationalen Prozesses.
Das Bündnis wurde von Minister Müller im Oktober 2014 gegründet, etwa ein Jahr nach dem Einsturz des Gebäudekomplexes Rana Plaza in Bangladesch, in dem viele Textilhersteller angesiedelt waren.
Bisher fand Müller nur wenige namhafte Unterstützer aus Industrie und Handel, diese stuften Einstiegshürden als zu hoch ein. Besonders mittelständische Händler sahen sich durch das Bündnis benachteiligt, wie etwa Daniel Terberger, Chef der Textilhandelsverbundgruppe Katag, zu Der Handel sagte.
Nach langen, stillen Verhandlungen wurden schließlich im April zwischen Ministerium und Textilbranche neue, freilich weniger strenge Beitrittsvoraussetzungen vereinbart. Der Aktionsplan des Ministers wurde überarbeitet. "Das Bündnis ist einen entscheidenten Schritt vorangekommen", jubelte Müller damals.

Redakteur Der Handel und etailment
Steffen Gerth ist Redakteur bei Der Handel und etailment. Für das Digital-Commerce-Magazin der dfv Mediengruppe schrieb er unter anderem die wöchentliche Kolumne "Die Woche im Handel" mit Analysen zum Strukturwandel im deutschen Einzelhandel.
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