
Neue Zahlungsmethoden auf dem Vormarsch
Das kontaktlose Zahlverfahren mit der Kreditkarte kommt auch in Deutschland langsam voran. In Großbritannien will eine neue Kooperationen das Zahlen im Vorbeigehen mit dem Handy ermöglichen.
"Die Zusammenarbeit ist ein weiterer Schritt für die Ausbreitung der Paypass-Technologie in Deutschland", sagte Peter Ehmke, General Manager Mastercard Deutschland, gestern vor Journalisten in Frankfurt am Main.
Das Henne-Ei-Probelm lösen
Die PayPass-Technologie ermöglicht über spezielle Lesegeräte das Zahlen von Kleinbeträgen bis zu 25 Euro mit der Kreditkarte - ohne, dass der Karteninhaber sich durch Unterschrift oder PIN-Eingabe legitimieren muss. Bislang wurde in Deutschland nur von an den Verkaufsständen von Mayer´s Brezel am Frankfurter Flughafen akzeptiert. Zudem sind bislang nur rund 420.000 Lufthansa Miles & More Kreditkarten in der Lage, PayPass-Transaktionen durchzuführen.
Auch der Mastercard-Wettbewerber Visa verfügt mit "Paywave" über eine vergleichbare Technologie. Wie so oft stehen die Kartenorganisationen hierzulande jedoch vor einen Henne-Ei-Problem: Ohne Akzeptanzstellen im Handel scheuen die kartenausgebenden Banken die Zusatzkosten für die Implementierung der neuen Technologie. Und ohne entsprechenden Kartenumlauf stellen die Händler Investitionen in die Akzeptanzterminals zurück, obwohl die kontaktlose Zahlmethode im Kleinbetragsbereich für den Handel durchaus Vorteile - schnellere Transaktionen, höhere Durchschnittbons - mit sich bringt.
In den klassischen Kreditkartenländern USA, Großbritannien und im asiatischen Raum ist das kontaktlose Zahlverfahren bereits weit verbreitet. In Frankreich bieten die großen Lebensmittelhändler die Technik an den Kasse an.
Strategische Allianz von Barclaycard und Orange in Großbritannien
Dass die PayPass-Technologie auch für das Zahlen mit dem Handy interessant ist, zeigt eine neue Allianz, die Barclaycard UK und der Mobilfunkanbieter Orange in Großbritannien vor kurzem vereinbart haben, um gemeinsam eine Reihe von Mobil-, Finanz- und Zahlungsdienstleistungen zu entwickeln. Die beiden Unternehmen wollen neue Co-branded Produkte und Services anbieten, um den Einkaufsprozess für Kunden einfacher, bequemer und schneller zu machen, heißt es in einer Presseerklärung von Baclaycard.
"Ich denke, dass alle unsere britischen Kunden innerhalb von drei Jahren ihre Handys zum Bezahlen von Alltagsartikeln verwenden können", prognostiziert Jenkins. Durch die Partnerschaft sollen Kunden ihre Mobiltelefone nutzen, um Waren und Dienstleistungen mit kontaktloser Technologie zu bezahlen - einfach indem sie ihr Handy gegen ein Lesegerät halten. Beide Unternehmen verfügen gemeinsam über rund 28 Millionen Kunden und wollen die Partnerschaft ausweiten, um weitere kontaktlose Dienstleistungen auch im Bereich Ticketing und Transport anzubieten. Die kontaktlosen Transaktionen mit Handy laufen dabei über Mastercard.