
Neuer Zoff bei Media-Saturn
Sie liegen seit Jahren miteinander im Clinch - jetzt sorgt der Kauf des Wartungsdienstleisters RTS bei den beiden Media-Saturn-Holding-Eigentümern Erich Kellerhals und der Metro für neuen Zündstoff. Wieder mal müssen Gerichte entscheiden.
David WöllensteinRedakteur"Kein nachhaltiges Geschäftsmodell"
Der Convergenta-Sprecher begründete die Vorbehalte gegen die RTS-Übernahme unter anderem damit, dass "wir kein nachhaltiges und profitables Geschäftsmodell darin sehen, wenn Media-Saturn Serviceleistungen in diesem Umfang selbst erbringt." Serviceleistungen würden durch spezialisierte eigenständige Dienstleister günstiger und besser erbracht, was verschiedene Beispiele in anderen Branchen belegten. Schließlich halte man auch den Kaufpreis für «vollkommen überzogen».
Zu den Berichten der «FAS», Kellerhals und Metro blockierten sich bei der Suche nach einem neuen Chef für die Media-Saturn-Holding gegenseitig, erklärte der Convergenta-Sprecher: «Es ist keineswegs das Profil der Managerin oder des Managers, über das wir uns nicht einigen können.» Vielmehr versuche die Metro durch die Formulierung der Stellenbeschreibung der Holding die Unternehmensverfassung einer AG zu geben und die Rechte der Convergenta als GmbH-Gesellschafter auszuhebeln, sagte der Sprecher.
Die Vertragsunterzeichnung für den Kauf von RTS hatte das Unternehmen vor einigen Tagen bekanntgegeben. Media-Saturn hatte den Kauf damit begründet, zur Unterscheidung vom Internethandel werde der Service der Media-Saturn immer wichtiger. Als Reaktion auf die einstweilige Verfügung betonte eine Mediamarkt-Saturn-Sprecherin, der Vertrag über die Übernahme von RTS sei rechtskräftig unterschrieben, stehe allerdings noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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