Oliver Beste, Tollabox: Die Dynamik nicht unterschätzen

Oliver Beste, Tollabox: Die Dynamik nicht unterschätzen

Selten hat ein Start-up schon in der Gründungsphase so viel Vorschuss-Lorbeeren erhalten, selten hat ein Projekt auf einer Crowdfunding-Plattform wie Seedmatch so schnell Geld eingesammelt. Kein Wunder: Tollabox überzeugt nicht nur mit einem pädagogisch unterfütterten "Spielzeug im Abo"-Konzept, sondern Macher von Tollabox ist Oliver Beste, der schon als Mitgründer des Online-Shops myToys überzeugte. Mit ihm sprach etailment über die Vorteile des Crowdfunding und wie sich die Rahmenbedingunge...

OKOlaf KolbrückChefredakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Für Tollabox haben Sie Crowdfunding genutzt. Bei Ihrer Reputation hätten Ihnen sicherlich auch andere Türen offengestanden. Was sprach also dafür?

Oliver Beste: Die Crowdfunding-Finanzierung besteht aus Darlehen statt Firmenanteilen - uns verbleibt die unternehmerische Führung ohne die Mitsprachebedingungen von Risikokapitalgebern.

Welche Hilfe ist die Crowd für die weitere Vermarktung eines Start-ups?

Oliver Beste: Wir haben 599 Investoren gewonnen von denen viele die Tollabox weiterempfehlen. Außerdem generiert Crowdfunding heutzutage noch Presseaufmerksamkeit, für die jedes Start-up dankbar ist.

Der Funding-Erfolg war ziemlich beeindruckend. Was haben Sie richtig gemacht?

Oliver Beste: Crowdinvestoren stellen kritische Fragen und haben immer mehr Auswahl, das heißt, die Geschäftsmodelle müssen nicht nur gute Erfolgschancen aufweisen, sondern überzeugend erklärt sein. Außerdem ist die Investitionsdynamik nicht zu unterschätzen. Wenn nicht genügend Investoren zuschlagen, halten sich viele andere zurück. Wir haben am Anfang eine ganze Reihe Investoren aus dem Bekanntenkreis aktivieren können.

Dann kann jetzt eigentlich nichts mehr schiefgehen?

Oliver Beste: Gründer können immer scheitern, sonst würde es jeder wagen. Tollabox benötigt rund 3 Mio. Euro Kapital bis zum geplanten Breakeven und muss noch viele Geschäftsherausforderungen meistern. Zum Glück haben wir viel Erfahrung wie das gelingen kann. Mit den Crowdinvestoren im Rücken sind die Chancen auf Erfolg noch einmal zusätzlich gestiegen.

Was ist der entscheidendste Faktor, damit Ihr Start-up den Durchbruch schafft?

Oliver Beste: Die Gewinnung einer großen Zahl treuer Kunden. Das erfordert ein tolles Produkt und günstige Marketingkanäle.

Sie haben mittlerweile ein gutes Dutzend Unternehmen gegründet. Darunter Mytoys. Wie haben sich die Anforderungen an Gründer seitdem verändert?

Oliver Beste: Gründen in der Internetwelt wird günstiger und steht immer mehr mutigen Menschen offen. Was man früher teuer herstellen musste, kann man heute oft günstig mieten und outsourcen: Einen Internet-Shop von Magento, Server-Kapazität von Amazon, günstige Werbung zum Testen der Nachfrage von Google und diverse Dienstleistungen von Buchhaltung bis Telefonbeantwortung.

Oliver Beste ist auch Gastredner beim etailment-Summit im November in Berlin.

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Geschrieben vonOlaf Kolbrück

Chefredakteur

Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.

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