
Onlineportal Letsbuyit traut sich zurück an die Börse
Das "Dotcom-Opfer" Letsbuyit.com geht noch einmal an die Börse – um wieder bekannter zu werden und zu expandieren: Die Aktien sollen ab diesem Mittwoch im Freiverkehr auf dem Frankfurter Parkett gehandelt werden.
David WöllensteinRedakteurNeuer Versuch 2009
Ende 2009 kam das Portal unter der Leitung der in der Schweiz beheimateten Letsbuyit Group AG, hinter der der Alpha Securities Fund und der Medien & Technologie Fonds TMT Millennium stehen, als Preisvergleichsportal mit Social-Shopping-Elementen zurück.
Auf seinen Seiten in Deutschland, Frankreich und Großbritannien bietet Letsbuyit derzeit rund 50 Millionen Produkte von 1.500 gelisteten Händlern an. Umsätze erzielt die Plattform unter anderem aus Verkaufskommissionen, Gebühren für Produktkataloge, die Händler einstellen können, sowie Bannerwerbung.
Emmanuel Noirhomme, Vorstandsvorsitzender der Letsbuyit Group AG, nimmt in der aktuellen Ausgabe von Der Handel zu den Plänen des Portals auch für den deutschen Markt Stellung.
Sie sind schon seit 2009 wieder auf dem Markt. Wozu gehen Sie nun an die Börse, was wollen Sie mit dem Geld machen?
Die Gründer und Shareholder von Letsbuyit haben seit dem Einstieg im Jahr 2007 und dem damit verbundenen Relaunch ungefähr 20 Millionen Euro investiert. Wir wollen mit dem Listing bei Käufern wie Händlern bekannter werden und auch diejenigen Händler überzeugen, die bislang Affiliate-Netzwerke und Preisvergleichsplattformen ignoriert haben. Außerdem wollen wir weiter expandieren. Wichtig ist allerdings, dass wir mit diesem Schritt keine Kapitalerhöhung durchführen.
Wie können Händler von dem Preisvergleichsportal Letsbuyit profitieren?
Jeder Händler bekommt einen gleichwertigen Auftritt auf der Seite, egal ob es sich um einen Nischenanbieter mit fünfzig oder einen Onlinehändler mit Tausenden von Produkten handelt. Das wichtigste Unterscheidungskriterium zum Wettbewerb ist unsere technologisch fortschrittliche Datenintegration, die eine vollautomatisierte Steuerung der Website erlaubt. Für Händler ist es somit schnell und einfach, auf Letsbuyit Angebote zu platzieren, da die Artikel automatisch in die entsprechende Produktklasse eingestellt werden. Ein Händler kann seine Seite mit wenigen Klicks live schalten. Seine Angebote sind in wenigen Sekunden für Jedermann auffindbar und werden automatisch aktualisiert, sobald sich der Preis oder das Produktangebot ändert.
Welche Bedeutung hat der deutsche Markt für Letsbuyit?
Schon in der Vergangenheit war Deutschland für uns der stärkste Markt, und dies wird auch so bleiben. In Europa laufen 78 Prozent der gesamten Verkäufe von Letsbuyit in drei Ländern. Davon entfällt der größte Teil auf Deutschland. Darüber hinaus geben deutsche Käufer beträchtlich mehr aus als jene in Frankreich oder Großbritannien. Daher planen wir etliche Marketingaktivitäten, um Letsbuyit wieder in der deutschen E-Commerce-Landschaft zu etablieren.
Interview: Sybille Wilhelm
Dieses Interview ist in der September-Ausgabe des Wirtschaftsmagazins Der Handel erschienen. Ein kostenloses Probeheft können Sie hier bestellen.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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