
Paradigmenwechsel
Statt wie früher 'höher, schneller, weiter' stellt Mercedes-Benz bei seiner neuen Dieselmotoren-Generation den CO2-Ausstoß in den Mittelpunkt.
David WöllensteinRedakteurStattdessen stellte der Experte den Normverbrauch von lediglich 5,2 Liter auf 100 Kilometern und den damit ver-bundenen CO2-Ausstoß von 138 g/km in den Mittelpunkt. Klimadiskussion, EU-Vorgaben und Verbraucherbedürfnisse scheinen langsam, aber sicher doch zum Paradigmenwechsel zu führen, nachdem die Autoindustrie über Jahre hinweg „schneller, höher, weiter“ propagierte.
Drei Leistungsstufen
„CO2 und Fußgängerschutz standen in unserem Lastenheft ganz oben“, bestätigt auch Mercedes-Motorenmann Roland Kemmler im Gespräch mit Der Handel. Insgesamt vier Jahre habe die Entwicklung der neuen Motorengeneration mit dem internen Kürzel „OM 651“ gedauert.
Praktisch alle Bauteile sind neu. Aus gutem Grund, denn das Aggregat ist der wichtigste Antrieb im Haus. Eine halbe Million Motoren wird pro Jahr das Werk im thüringischen Kölleda verlassen – und künftig für die Fortbewegung von Millionen Dienstwagenfahrern sorgen. Denn nach dem Start in der C-Klasse mit dem auf 5.000 Einheiten limitierten Sondermodell C 250 CDI „Blue Efficiency Prime Edition“ wird das neue 2,2-Liter-Kraftpaket ab Mitte 2009 in drei Leistungsstufen mit 100 kW/136 PS, 125 kW/170 PS sowie 150 kW/204 PS unter anderem auch in der künftigen E-Klasse, im Geländewagen GLK sowie in den Transportern Sprinter und Vito/Viano eingesetzt.
Auf ersten Testkilometern zeigte sich, dass sich der „Spar-Diesel“ mit seinem bulligen Drehmoment von 500 Newton-metern auch zum „Spaß-Diesel“ eignet. Der Bordcomputer pendelte sich allerdings bei rund 6,5 Litern Verbrauch ein.
Bernd Nusser
aus Der Handel 10/08

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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