3D-Illustration zu E-Commerce-Trends: Lieferung, Keramik, Suche und E-Mail-Marketing
© Black Forest Labs / Flux

Konsumgewohnheiten, Wolt, Geschäftsklima, Keramik aus China, Galaxus, Amazon, E-Commerce-Apps, E-Mail-Marketing, Suchfunktion

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
6 Min.· Aktualisiert am
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HANDEL NATIONAL

Online-Shopping: Nach dem Checkout ins Restaurant
Deutschlands Konsumenten kaufen so verschieden ein, dass pauschale Handelskonzepte kaum greifen, so die JLL-Untersuchung „NextGen Shoppers“. So kauften 42 Prozent Elektronik am liebsten online, bei der Mode sind es 38 Prozent, gefolgt von Sport & Outdoor (33 Prozent), Heim & Haus (30 Prozent), Beauty & Wellness (25 Prozent) und schließlich Lebensmitteln (17 Prozent). Aber selbst die Gen Z, die preisbewusst per App shoppe, nutze zumindest die Gastronomie als sozialen Treffpunkt. Senioren schätzten weiterhin die persönliche Beratung im stationären Handel (59 Prozent), bei den Babyboomern seien es sogar 61 Prozent. Die Gastronomie habe das Potenzial, als strategischer Anker stationärer Handelskonzepte zu funktionieren.

Wolt klingelt jetzt auch im Fernsehen
Wolt hat gestern eine nationale TV-Kampagne gestartet, die den Liefermoment an der Haustür als Markenkern inszeniert, wie das Unternehmen mitteilt. Alle Spots kulminieren im selben Bild: Eine Wolt-blaue Tür öffnet sich, das Alltagsproblem löst sich. Neben linearem TV bespiele Wolt auch Social- und Video-Plattformen sowie Connected TV. Ziel sei es, sich als erste gedankliche Anlaufstelle zu verankern – für den Abendhunger ebenso wie für den spontanen Wocheneinkauf.

Drittgrößte Volkswirtschaft mit angezogener Handbremse
Deutschland bleibt die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt, berechnete das Institut der deutschen Wirtschaft Köln laut Spiegel.de. Das BIP summierte sich 2025 auf 5.052 Mrd. Dollar – Japan (4.431 Mrd.) bliebe damit erneut auf Rang vier. Das reale Wachstum sei allerdings mit 0,2 Prozent bescheiden ausgefallen; das BIP-Niveau entspreche ungefähr dem Vorpandemiejahr 2019. IW-Konjunkturchef Grömling formulierte es direkt: „Deutschland fährt nur mit angezogener Handbremse.“ Mittelfristig dürfte sich das Ranking verändern: Indien, mit 1,5 Mrd. Einwohnern und überdurchschnittlichem Wachstum, könne Deutschland bis Ende des Jahrzehnts überholen.

Wirtschaft atmet auf – der Einzelhandel hält die Luft an
Deutschlands Unternehmen blicken wieder etwas zuversichtlicher nach vorn: Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Februar auf 88,6 Punkte, nach 87,6 im Januar. Die Firmen bewerteten sowohl ihre aktuelle Lage als auch ihre Erwartungen positiver. Im Handel jedoch läuft die Stimmung gegen den Trend: Die aktuelle Lage werde schlechter eingeschätzt. Während der Großhandel leichte Aufwärtstendenzen zeige, verdunkele sich die Stimmung im Einzelhandel spürbar.


HANDEL INTERNATIONAL


EU erhebt 79 Prozent Zoll für Keramik aus China
Die EU erhebt seit dem 7. Februar, früher als erwartet, 79 Prozent Anti-Dumping-Zoll auf Keramik und Porzellan aus China, berichtet Haendlerbund.de – und trifft damit einen Markt, der rund 60 Prozent seines Sortiments aus der Volksrepublik bezieht. Die Verordnung gelte auch für bereits bestellte, aber noch nicht gelieferte Ware, weshalb manche Händler plötzlich Millionenbeträge vorfinanzieren müssten. Für Online-Händler verschärfe sich die Lage zusätzlich: Ersatzlieferungen aus anderen Ländern könnten zwar kurzfristig helfen, brächten aber längere Lieferzeiten, höhere Mindestabnahmemengen und neue Zertifizierungsanforderungen mit sich.

Bei Galaxus ersetzt ein Foto die Texteingabe
Galaxus hat eine visuelle Suche eingeführt, so das Unternehmen. Wer ein Produkt sehe und kaufen wolle, könne es einfach fotografieren statt zu rätseln: Die Galaxus-App und das mobile Web zeige nach einem Kick auf das Kamera-Icon binnen Sekunden passende Artikel und ähnliche Alternativen. App-Verantwortlicher Alexander Mühlbach begründe den Schritt mit einer Forbes-Erhebung, laut der 74 Prozent der potenziellen Kundschaft die klassische Keyword-Suche als ineffizient empfänden.

Amazon eröffnet neue Zentrale in Indien
Im Norden von Bengaluru hat Amazon sein zweitgrößtes Büro in Asien eröffnet, berichtet Indiatimes.com. Der neue Campus mit 102.000 Quadratmetern löse das bisherige Indien-Hauptquartier im World Trade Center (auch in Bengaluru) ab – der Umzug sei auch der Kostensenkung geschuldet. Über 7.000 Mitarbeiter sollen dort künftig in Bereichen wie E-Commerce, Zahlungsabwicklung und Händlerservices arbeiten. Amazon habe zuletzt seinen Umsatz um 19 Prozent auf um gerechnet 3,3 Mrd. Euro gesteigert, die Verluste seien um 89 Prozent geschrumpft. (In Indien darf die Plattform bislang nur als Marktplatz fungieren.)


E-Commerce-Apps: Der Markt ist gesättigt
Weniger Downloads, aber mehr Nutzung – so lässt sich der globale E-Commerce-App-Markt 2025 zusammenfassen, zitiert PPC.land Adjusts Studie „Mobile App Trends: 2026 Edition“. Die Zahl der Installationen sei um zehn Prozent gefallen, die Häufigkeit der Benutzung hätte dagegen um fünf Prozent zugelegt – bestehende Nutzer kauften häufiger, neue kämen seltener dazu. Die durchschnittliche Sitzungsdauer sei leicht auf 9,6 Minuten gesunken. Weltweit koste es Werbetreibende im Schnitt 0,98 Dollar (CPI), einen Nutzer zur Installation zu bewegen, in Europa jedoch 2,25 Dollar. Besonders verschärft, von 1,44 auf 2,26 Dollar Kosten per Installation, habe sich die Konkurrenz bei Schnäppchen-Apps.

KI im E-Mail-Marketing: Lässt noch auf sich warten
E-Mail-Marketing ist nach 55 Jahren noch immer ein verlässlicher Umsatztreiber im Online-Handel – und KI könnte es grundlegend verändern, schreibt Practicalecommerce.com. Die Idee: Jeder Abonnent wird zur einzelnen Zielgruppe, mit passgenauen Angeboten zum optimalen Zeitpunkt. Die Realität sehe dagegen bescheidener aus – KI agiere heute eher als Assistent und nicht als eigenständige Personalisierungsmaschine. Die Infrastruktur sei noch im Aufbau. Wer nicht warten wolle, müsse Teilfunktionen mit Workflow-Tools, Traffic-Identifikationsdiensten und Empfehlungs-Engines selber zusammenstückeln.

Unterschätzte Goldgrube: Die interne Suchfunktion
Die interne Suchfunktion ist der Intent-Kanal mit der höchsten Kaufabsicht – und wird von den meisten Online-Shops stiefmütterlich behandelt, wie Bizcommunity.com eine Analyse der Digitalagentur Bluegrass Digital zitiert: Wer in einem Shop die Suche nutze, verbringe dreimal mehr Zeit auf der Website, erzeuge doppelt so viele Seitenaufrufe und springe nur halb so oft ab. Bluegrass empfehle die Integration externer Suchmaschinen wie Meilisearch, Algolia oder Elasticsearch, speziell für größere oder marktübergreifende Kataloge.

Hybride Cyber-Angriffe: Software und Taschenlampen
82 Prozent der Deutschen halten eine ernsthafte Krise durch Cyberangriffe, Sabotage oder Desinformation für wahrscheinlich, aber nur 15 Prozent fühlen sich im eigenen Haushalt auch nur annähernd vorbereitet, so eine Bitkom-Befragung. Die Sorgen gälten besonders der Energieversorgung (77 Prozent) und den Banken (69 Prozent). 59 Prozent nutzten bereits Sicherheits-Software, 41 Prozent hätten schon für Taschenlampen und Notvorräte gesorgt. Ein Fünftel habe keinerlei Vorkehrungen getroffen.

KI-Agenten: Nutzer lassen die Leine länger
KI-Agenten bekommen mehr Spielraum: Eine Untersuchung von Anthropic zeige laut Golem.de, dass erfahrene Nutzer ihren Agenten deutlich mehr Freiraum gewähren – die autonome Arbeitszeit bei längeren Sitzungen stieg binnen drei Monaten von 25 auf 45 Minuten. Der Anteil der Sitzungen mit automatischer Freigabe habe sich von rund 20 auf 40 Prozent verdoppelt. Claude Code stoppe die Arbeit dabei doppelt so häufig aus eigenem Antrieb als die Nutzer – weil das Modell darauf trainiert sei, Unsicherheiten zu erkennen und Klärung einzufordern.
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Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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