
Parfümerie-Handel profitiert von der Wirtschaftsflaute
Der Einzelhandel ächzt unter Gewinneinbrüchen - aber nicht die Parfümerien. Für 2008 erwartet die Branche positive Umsatzzahlen.
David WöllensteinRedakteurVorfreude aufs Weihnachtsgeschäft
Obwohl etwa das erste Oktober-Wochenende gut lief, sei allerdings eine verstärkte Konsum-Unlust zu spüren. „Auch finanzstarke Kunden üben ein bisschen mehr Zurückhaltung. Das kannten wir noch nicht”, sagte Keldenich.
Die Branche sei aber optimistisch, was das Weihnachtsgeschäft angehe. „Gerade an den Dingen, die man nicht unbedingt braucht, wird erstaunlicherweise auch nicht unbedingt gespart”, hat der Geschäftsführer festgestellt.
Auffällig sei eine große Nachfrage nach Make-Up, Lippenstiften und Nagellack, der sogenannten dekorativen Kosmetik. Keldenich: „Es scheint bei den Kunden eine Tendenz zu geben: Wenn es mir schlecht geht, schminke ich mich mehr, damit ich wenigstens gut aussehe. Wirtschaftlich schlechte Zeiten sind gute Make-Up-Zeiten.”
Herrenkosmetik wächst langsam, aber beständig
In der Herrenkosmetik sei weiterhin ein Wachstum zu beobachten, allerdings „auf niedrigem Niveau”. „Absoluter Knüller” sind laut Keldenich derzeit Kosmetikkabinen in den Parfümerien, in denen Kosmetika bereits in den Geschäften an den Mann oder die Frau gebracht werden.
„Dienstleistungen werden sehr stark nachgefragt”, sagt der Verbandssprecher. Der Beratungsintensität entsprechend täten die Unternehmen auch mehr für die Qualifikation ihrer Beschäftigten. „Es wird mehr in die Ausbildung und Schulung von Personal investiert”, so Keldenich.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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