
Payback will mit Gamification bei Facebook punkten
Man nehme die Trend-Plattform Facebook, man nehme den Trend Gamification und den Dauerbrenner Rabattpunkte. So in etwa sieht die Mixtur für die Likes-Lounge von Payback aus. Spieler, die online als auch offline verschiedene Missionen erfüllen, können Badges und Payback-Punkte sammeln. Eine nette Idee, aber nett hat bekanntlich eine große Schwester. Dabei hat die Likes Lounge durchaus vielversprechende Ansätze.
Spieler, die online als auch offline verschiedene Missionen erfüllen, können Badges und Payback-Punkte sammeln. Eine nette Idee, aber nett hat bekanntlich eine große Schwester.
Dabei hat die Likes Lounge durchaus vielversprechende Ansätze.
Payback ist bei Facebook derzeit recht verspielt. Und das ist gut so. Das Unternehmen probiert aus. Da läuft beispielsweise gerade noch der Punkteshaker bei dem man auf wackelnde Objekte klickt und Punkte sammelt. Das ist subtanziell etwa so spannend wie das Schließen 47 geöffneter Browser-Tabs, aber man kann etwas gewinnen.
Wenn man dann aber 230815 Punkte im Spiel macht, die dann doch nur gegen 50 Payback-Punkte eingetauscht werden, ist das ein wenig wie an der Losbude, wo es für das "Große Gewinnlos" nur ein Feuerzeug (halb gefüllt) gibt.
Nachhaltigkeit geht anders. Für ein bisschen Datengedöns sollte es aber reichen.
Nun als die Likes Lounge. Die ist sozial ausgerichtet, denn mal soll mit Freunden spielen (noch so ein Trend: Word-of-Mouth-Marketing!) und dabei etwas eigenartige Missionen erfüllen. Dafür gibt es Punkte und Orden, genannt Badges. Die hat man sich bei Foursquare abgeguckt. Erspielte Punkte werden dem Payback-Mitglied durch die Verknüpfung der Karte mit dem Facebook-Account direkt auf das Punktekonto überwiesen.
Schon für die Anmeldung gibt es Punkte. Vermutlich als Dank für die übermitttelten Daten in der Spiele-App bei Facebook.
Die Spielidee kann sogar ganz reizvoll werden, wenn sich die Missionen und Badges mit dem realen Einkauf im Web und im Store verbinden lassen. Das sollen sie wohl auch: "Sammle 75 P ... im Rahmen eines einzigen Einkaufs" lautet eine Mission, "Sammle Punkte im Online Shop bei mindestens zwei Online Partnern" eine andere Aufgabe
Wie gesagt: kann. Denn man fragt sich da - und das nicht nur unwillkürlich - und wie geht das jetzt genau? (Automatisch?Muss man irgendwo einchecken? Muss man den Einkauf seine Freunden mitteilen? Muss man Shopping-Missionen erst aktivieren) Vermutlich gibt es dafür ein Handbuch. Schneller Spielspaß sieht aber anders aus. Auch andere Missonen bleiben rätselhaft, denn sie erklären sich so: "Finde selbst heraus, wie du diese Mission erfüllen kannst."
Danke. Tschüss.
An der Mechanik muss also noch gefeilt werden. Denn im Kern ist die Idee, Punktesammeln mit Gamification-Elementen zu verbinden, goldrichtig. Nur muss die Spielmechanik intuitiv erfasst werden können. Etwas minderkomplexer dürfte es schon sein.
Gleichzeitig fehlt es an einem übergeordneten Spielanreiz. Bei Foursquare geht es eben nicht nur darum, Badges zu sammeln, sondern auch darum, Mayor eines Ortes zu werden. Bei der Likes Lounge scheint es allein darum zu gehen, ein paar Wimpel und zusätzliche Punkte einzusammeln. Zu wenig, um daraus einen lang anhaltenden Spielspaß zu generieren. Als Lösung also eben nur ganz nett.
PS: Habe eben einen SOS-Bagde erhalten. Ein angenehmer Zug von Selbstironie.
Chefredakteur
Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.
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