3D-Illustration zu Trade Republic, PayPal, Ebay, Treueprogrammen und KI-Benchmarks im E-Commerce
© Black Forest Labs / Flux

Trade Republic, Deskilling, Ebay + Facebook, Paypal + Pix, Snap, Spotify, Meta, Treueprogramme, Workslop, KI-Benchmarks

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
5 Min.· Aktualisiert am
Teilen

diskutieren führende Köpfe aus Retail und Travel – darunter Christian Gründig (TUI Cruises), Maik Giannoccaro (SiNN) und Gwendolin Tiltmann (valantic), wie Interaktion und Gamification Kundenbindungsprogramme wirklich relevanter machen. Praxisnah, mit echten Einblicken und konkreten Impulsen für moderne Loyalty. Donnerstag, 16.04.2026 | 10:00–11:30 Uhr | digital & kostenlos. Jetzt anmelden.

HANDEL NATIONAL

Schluss mit KI-Support: Trade Republic setzt auf Menschen
Trade Republic verabschiedet sich von KI-Chatbots und setzt künftig auf menschlichen Kundenservice, berichtet Trendingtopics.eu. Über 1.000 geschulte Supporter eines externen Dienstleisters stünden rund um die Uhr per Telefon und Live-Chat bereit. In acht Sprachen. Der Neobroker habe einen zweistelligen Mio.-Betrag investiert und wolle binnen zwölf Monaten den besten Bankensupport Europas bieten, so Mitgründer Christian Hecker.

KI macht Deutsche denkfauler
Acht von zehn Beschäftigten in Deutschland nutzen KI am Arbeitsplatz, berichtet Businessinsider.de unter Berufung auf eine Umfrage des Pinktum Instituts. 43 Prozent setzten die Werkzeuge gezielt ein, um sich seltener in Themen vertiefen zu müssen und verlören so an Fertigkeiten. Fachleute sprächen von „Deskilling“. Eine Studie der Swiss Business School belege eine starke negative Korrelation zwischen häufiger KI-Nutzung und kritischem Denken.

Irankrieg vernebelt Firmen die Sicht nach vorn
Der Krieg im Iran drückt die Planungssicherheit deutscher Unternehmen auf den tiefsten Stand seit Februar 2024, so die aktuelle Ifo-Konjunkturumfrage. 78,6 Prozent der befragten Firmen könnten ihre Geschäftsentwicklung im März nur schwer einschätzen, im Handel verharrte die Unsicherheit bei 84,4 Prozent. Noch trüber sei der Blick in der Industrie mit 87,7 Prozent und in der Chemiebranche mit rund 95 Prozent.


HANDEL INTERNATIONAL


Ebay-Artikel direkt in Facebook-Reels und -Posts kaufbar
Ebay wird Beta-Partner für Facebooks neues Affiliate-Programm, berichtet Channelx.world. Creator könnten künftig Ebay-Artikel direkt in Reels, Fotos und Textposts taggen, ohne Umweg über Link-in-Bio oder Kommentare. Follower tippten auf das Produkt, kauften auf Ebay, und der Creator kassiere eine Provision. Das Beta-Programm starte in den kommenden Monaten. Ebay erschließe sich damit Facebooks globales Creator-Netzwerk als zusätzlichen Vertriebskanal für seine Händler.

Paypal holt Brasiliens Zahlungsgigant Pix an Bord
Paypal integriert das brasilianische Echtzeit-Bezahlsystem Pix, berichtet Boerse-Express.com. Kleine und mittlere Unternehmen könnten Pix künftig neben Kreditkarten in der „Paypal Complete Payments“-Suite anbieten. Pix, 2020 von der brasilianischen Zentralbank gestartet, habe bis September 2025 rund 196 Mrd. Transaktionen im Volumen von 16 Bio. Dollar abgewickelt. Über 170 Mio. Menschen nutzten das System, allein im Januar 2026 verzeichnete es sieben Mrd. Transaktionen.

KI schreibt 65 Prozent des Codes – Snap streicht 1.000 Jobs
Snap streicht bis zu 16 Prozent der Belegschaft, was rund 1.000 Stellen plus 300 offene Positionen betrifft, und begründet den Kahlschlag mit dem effizientem Einsatz von KI, berichtet CNBC.com. Man setze auf kleinere, fokussierte Teams, die von KI-Agenten unterstützt würden. Diese generierten bereits über 65 Prozent des neuen Codes bei Snapchats Mutterkonzern. Eingeklemmt zwischen ressourcenstarken Großkonzernen und flinken Startups, könne Snap so ab der zweiten Jahreshälfte 2026 jährlich über 500 Mio. Dollar einsparen.

Spotify vermittelt jetzt auch analoge Bücher
Spotify vermittelt durch eine Kooperation mit dem Marktplatz Bookshop.org ab sofort physische Bücher, berichtet Engadget.com. Der Streaming-Riese verknüpfe Hörbücher mit dem analogen Lesen, indem er über einen Kauf-Link zu unabhängigen Buchhändlern weiterleite. Die Funktion „Page Match“ synchronisiere zudem den Fortschritt zwischen Papierseite und Audiosequenz in über 30 Sprachen. Mithilfe der Smartphone-Kamera könnten Lesende den aktuellen Textstand scannen, woraufhin die App nahtlos an der korrekten Stelle weiter vorliest. Vorerst sei die neue Funktion nur in den USA und Großbritannien verfügbar.

EU droht Meta mit Sofortmaßnahmen wegen Whatsapps KI
Die EU-Kommission droht Meta wegen der exklusiven Einbindung des eigenen KI-Assistenten in Whatsapp mit drastischen Sofortmaßnahmen, berichtet Golem.de. Die Brüsseler Behörde moniere, dass der Konzern andere Chatbots ausschließe und damit geltendes Wettbewerbsrecht verletze. Da bisherige Nachbesserungen bloße Kosmetik gewesen sein und um bleibende Marktschäden zu verhindern, solle der Zugang für Konkurrenten nun erzwungen werden. Meta halte dagegen, dass die Kommission die Lage falsch einschätze: Whatsapp sei kein wichtiger Vertriebskanal für Chatbots.

EU stellt quelloffene App zur Altersverifikation fertig
Die EU-Kommission hat eine europaweit einsetzbare App zur Altersverifikation vorgestellt, berichtet Mobiflip.de. Die Anwendung sei technisch fertig und funktioniere nach einmaliger Einrichtung mit Ausweisdokumenten geräteübergreifend. Nutzer bestätigten lediglich ihr Alter, ohne weitere persönliche Daten preiszugeben. Die quelloffene Lösung arbeite anonym, vergleichbar mit einem Altersnachweis an der Ladenkasse. Frankreich, Dänemark und Spanien planten bereits die Integration in nationale Systeme.


Treueprogramme: Rabatte reichen Kunden nicht mehr
Mehr als die Hälfte der britischen Konsumenten erwartet von Treueprogrammen mehr als bloße Rabatte, zitiert Channelx.world eine RTS-Umfrage. 54 Prozent wünschten sich erlebnisorientierte Vorteile, bei Millennials seien es sogar zwei Drittel. Gymshark, New Look und Sephora experimentierten bereits mit Punkten für Workouts, Community-Einbindung und maßgeschneiderten Bonusstufen unabhängig davon, wie viel Kunden ausgeben.

Workslop: Wenn KI-Ergebnisse mehr Zeit kosten
„Workslop“ heißt das neue Reizwort der KI-Arbeitswelt: Oberflächlich glatte, aber fehlerhafte KI-Ergebnisse, die menschliche Kollegen aufwendig nachbessern müssen, berichtet Theguardian.com. Eine Stanford-Studie unter 1.150 US-Büroangestellten zeige eine bemerkenswerte Kluft: 92 Prozent der Top-Führungskräfte hielten KI für produktivitätssteigernd, aber 40 Prozent der übrigen Angestellten sparten damit null Zeit. Workslop-Betroffene verbrachten im Durchschnitt 3,4 Stunden im Monat mit der Nachbesserung von KI-Ergebnissen.

Forscher tricksen alle großen KI-Benchmarks mühelos aus
Alle großen KI-Benchmarks lassen sich mit minimalem Aufwand austricksen, berichtet T3N.de. Forscher hätten sieben bekannte Testverfahren systematisch auf Schwachstellen untersucht und seien durchweg fündig geworden. Beim renommierten SWE-Bench hätten acht Zeilen Python-Code genügt, um einen perfekten Score zu erzielen, ohne eine einzige Aufgabe zu lösen. Webarena habe sich über eine Browser-Lücke aushebeln lassen, Field Arena Work prüfe nicht einmal den Inhalt der Antworten. Die Forscher warnten: Unternehmen träfen Modellentscheidungen auf Basis dieser fragwürdigen Ergebnisse. Je leistungsfähiger KI-Agenten würden, desto eher könnten sie solche Lücken künftig auch eigenständig ausnutzen.

Teilen
Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

Alle Beiträge
Morning Briefing

Alles, was heute zählt — jeden Morgen in Ihrem Postfach.

Das Morning Briefing kuratiert die wichtigsten News aus E-Commerce und Handel. Kompakt, einordnend, werktäglich ab 7 Uhr.

  • 10.800+ Abonnenten
  • Werktäglich ab 7 Uhr
  • Jederzeit abbestellbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Abmeldung jederzeit möglich.