
Peter Maffay wirbt für dm-Drogeriemarkt
Der eine Drogeriemarktriese kämpft ums Überleben, arbeitet der andere an seinem Image als nachhaltiges Unternehmen: Bei dm-Drogeriemarkt sitzen am Mittwoch Promis an den Kassen. Schlecker dagegen muss an seinen Preisen arbeiten.
Steffen GerthRedakteur Der Handel und etailmentDer dm-Chef Erich Harsch wurde 2011 für sein soziales und umweltpolitisches Engagement mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet.
Schlecker 16 Prozent teurer als die Konkurrenz
Während dm mit einer solchen Aktion für positive Schlagzeilen sorgt, wird bei Konkurrenz Schlecker deutlich, warum das Unternehmen Insolvenzantrag stellen musste: Für die Verbraucher ist die Kette aus Ehingen zu teuer. Eine Analyse der GKL Marketing-Marktforschung für die "Wirtschaftswoche" ergab, dass Markenartikel in den Schlecker-Läden durchschnittlich 16 Prozent mehr kosten als in dm-Filialen.
Im Vergleich zu besonders preisaggressiven dm-Läden beträgt der Abstand demnach sogar mehr als 20 Prozent. Rossmann sei je nach Filialtyp 8 bis 16 Prozent günstiger, Müller rund 14 Prozent preiswerter als Schlecker.
Für die Untersuchung haben die GKL-Experten Ende Januar die Preise von 1.700 Markenartikeln verglichen. Aktionsangebote und Eigenmarken blieben außen vor. "Schlecker ist weiterhin der mit Abstand teuerste Anbieter", sagte GKL-Chef Ulrich Gallinat dem Blatt.
Preissenkungen angekündigt
Das Unternehmen aus Ehingen bei Ulm hatte im Januar angekündigt, im Laufe des ersten Halbjahrs die Preise bei Teilen des Sortiments auf das Niveau der Konkurrenten dm und Rossmann zu senken - teilweise auch darunter. Schlecker kämpft seit Jahren mit sinkenden Umsätzen und meldete Mitte Januar für die deutschen Filialen und die Tochter IhrPlatz Insolvenz an.
In Deutschland hat die Kette mehr als 6.000 Filialen mit rund 32.000 Mitarbeitern. Ein großes Problem von Schlecker sind die vergleichsweise kleinen und abgelegenen Läden. Erst sehr spät begannen die Schwaben damit, ihr Ladenkonzept zu überarbeiten, zuletzt schlossen sie Filiale um Filiale.
Schleckers vorläufiger Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz zeigte sich aber zuletzt vorsichtig optimistisch, dass das Unternehmen weitergeführt werden kann. Der Betriebsrat fordert Staatshilfen zur Rettung des Unternehmens. Die Arbeitnehmervertreter hoffen, dass auf diese Weise Geschäfte in kleineren Orten in der Fläche erhalten werden können.

Redakteur Der Handel und etailment
Steffen Gerth ist Redakteur bei Der Handel und etailment. Für das Digital-Commerce-Magazin der dfv Mediengruppe schrieb er unter anderem die wöchentliche Kolumne "Die Woche im Handel" mit Analysen zum Strukturwandel im deutschen Einzelhandel.
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