
Pro Sieben Sat.1: Attacke auf den E-Commerce
Achtung Handel: Wer nur nach den Rocket Internet-Buden dieser Welt schaut, könnte alsbald von branchenfremden Großtankern überollt werden. Den Verlagen nämlich. Nach Burda (Zooplus) rüstet sich Pro Sieben Sat.1 weiter für den E-Commerce. Da muss man aufhorchen.
Nach Burda (Zooplus) rüstet sich Pro Sieben Sat.1 weiter für den E-Commerce.
Da muss man aufhorchen.
Gemeinsam mit dem Berliner Unternehmen Covus gründet der Konzern laut "Handelsblatt" das Joint Venture Covus Ventures. Das Ziel: Onlinemarken im E-Commerce aufbauen. Pro Sieben Sat 1 wird an dem Unternehmen 51 Prozent halten, Covus 49 Prozent. Geführt wird der Inkubator von Arnd Benninghoff, Chief Digital Officer bei Pro Sieben Sat 1, und Covus-Gründer Sven Lubek. Reise ist ein Bereich, in dem das Duo weiter vordringen will. Bereits zum Unternehmen gehören Wetter.com und Reise.com sowie der Reiseveranstalter Tropo.
Vor allem aber bringt Pro Sieben Sat.1 jede Menge Know-how mit. Seit Jahren pumpen die München mit der Vernture-Tochter Sven Ventures per Media-for-Revenue- und Media-for-Equity-Deals Geld in Start-ups wie Zalando. Erst kürzlich hat die Venture-Tochter der ProSiebenSat.1 Group im Rahmen eines Media-for-Equity-Deals 60 % an preis24.de erworben.
Dabei zeigen die Müncher Sinn für einen gesamtheitlichen Ansatz. Eine spätere Einbindung von Services der Preisvergleich-Plattform zu Top-Deals für Verträge von privaten Haushalten im Bereich Mobilfunk und DSL in die Web-Auftritte der Senderfamilie scheint da gar nicht einmal ausgeschlossen.
Im Portfolio listet der Beteiligungsarm Seven Ventures zudem unter anderem Mirapodo, Mister Spex und Lieferheld. Auch hier geht es nicht um den schnellen Euro. Geduld und Wachstum sind Teil der Unternehmendenke.
Das ist auch bei Burda nicht anders. Zwar machte Zooplus im 1.Halbjahr fast 30 Prozent plus auf 152,3 Millionen Euro, fuhr aber dennoch Verluste ein. Nicht schlimm, heißt es. Wachstum habe weiter Priorität vor Gewinn, heißt es bei Zooplus. Diese Denke kennt man von Rocket Internet nur zu gut.
Chefredakteur
Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.
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