
Was hilft bei beschädigten Strichcodes?
Ein Stück QR-Code abgerissen, ein Kratzer im Barcode: Das ist ärgerlich, aber nicht unbedingt eine Katastrophe. Auch beschädigte Codes können funktionieren, außerdem gibt es Workarounds
David WöllensteinRedakteurQR- und Bar-Codes sind allgegenwärtig. Aber nicht unzerstörbar. Was passiert, wenn der Code leidet? Wenn beim Auspacken ein Teil abreißt, der Code zerkratzt wird oder jemand versehentlich mit einem Stift drübermalt?
„Das ist ein Klassiker, vor allem bei Familien mit kleinen Kindern“, sagt Niklas Bauer, Geschäftsführer der Bauer PK in Leonberg, die sich auf industrielle Produkt-Kennzeichnung spezialisiert hat. „Aber QR-Codes sind erstaunlich robust. Dank eingebauter Fehlerkorrektur können sie oft selbst dann noch gelesen werden, wenn bis zu 30 Prozent der Fläche fehlen oder beschädigt sind.“ Voraussetzung sei allerdings, dass das Herzstück des Codes – der zentrale Datenbereich – nicht vollständig zerstört wurde.
Bei Barcodes sehe die Sache heikler aus, so Bauer. Schon ein unachtsamer Kratzer könne die Lesbarkeit verhindern. „Anders als der QR-Code haben klassische Barcodes keine Fehlerkorrektur. Wenn da ein Balken zu dick, zu dünn oder gar überklebt ist, funktioniert der Scanner nicht mehr“, erklärt Bauer. Auch reflektierende Oberflächen oder Fingerabdrücke können das Lesen erschweren.
Kann man beschädigte Codes retten?
Beschädigte Codes lassen sich retten, sagt Bauer, schränkt aber ein: Ist der Code „nur“ verschmiert oder übermalt, kann ein vorsichtiges Reinigen mit einem feuchten Tuch helfen. „Das klappt aber nur auf Folien oder glatten Oberflächen. Bei Papier reißt man schnell mehr kaputt, als man rettet“, sagt er. Alternativ könne der Scan mit einer anderen App oder einem leistungsfähigeren Scanner versucht werden. „Je nach Software können die Geräte unterschiedlich gut mit beschädigten Codes umgehen.“
Und wenn der Code komplett unbrauchbar ist? Dann lohne es sich, den Hersteller oder Lieferanten direkt zu kontaktieren. Viele böten Alternativen an, etwa durch Eingabe einer Seriennummer, Chargennummer oder durch den Upload eines Fotos.
„Am Ende des Tages sollte sich niemand verrückt machen, wenn der Code mal nicht mehr lesbar ist“, fasst Bauer zusammen. „Die Hersteller kennen das Problem. Und Systemanbieter achten schon bei der Codierung darauf, die maximale Lesesicherheit herauszuholen – auch für den Fall, dass es mal kratzt oder kleckert.“

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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