Quelle-Erbin Schickedanz: Milliardenforderung an Sal. Oppenheim

Quelle-Erbin Schickedanz: Milliardenforderung an Sal. Oppenheim

Madeleine Schickedanz hat durch die Pleite des Arcandor-Konzerns ein Großteil ihres Vermögens verloren. Die Quelle-Erbin will sich nun das Geld zurückholen. Nicht nur von der Bank ihres Vertrauens.

Steffen GerthSteffen GerthRedakteur Der Handel und etailment
2 Min.· Aktualisiert am
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Nun schlägt die Quelle-Erbin zurück. Laut "Manager Magazin" hat Schickedanz nun Sal. Oppenheim und dessen Immobilienpartner Josef Esch auf mehr als zwei Milliarden Euro Schadenersatz verklagt. Zudem will sie 200 Millionen Euro erstattet bekommen für die bereits erfolgten Kredittilgungen bei der Bank.

Und schließlich will die Tochter des Quelle-Gründers Gustav Schickedanz die Stellung von Sicherheiten aus ihrem Privatvermögen im Wert von 200 Millionen Euro rückgängig machen, schreibt das "Manager Magazin" weiter.

Schickedanz' Anwalt Peter Rath bestätigte der Deutschen Presseagentur (dpa) den Bericht - zur Höhe der Forderung machte er aber keine Angaben. "Von uns stammen die Zahlen nicht", betonte er.

Die "stillen Reserven" im Blick

Das "Manager Magazin" berichtet weiter, dass die Anwälte von Schickedanz die Klageschrift gegen Sal. Oppenheim, Esch sowie zwölf weitere Personen und Firmen bereits im vergangenen Jahr aufgesetzt haben.

Ihr Vorwurf: Esch und Sal. Oppenheim, die Schickedanz' Vermögen verwaltet hatten, hätten aus Eigeninteresse die Quelle-Erbin immer tiefer ins Arcandor-Engagement getrieben. Damit hätten sie an die "stillen Reserven" der Karstadt-Immobilien kommen wollen, deren Wert auf sieben bis zehn Millionen Euro geschätzt werden.

Laut "Manager Magazin" wurde die Klage nicht einem Gericht, sondern den Beklagten direkt zugestellt, um Druck für Vergleichsgespräche aufzubauen. Anwalt Rath sagte, dass der Klageenwurf einem Zuständigkeitsfestlegungsantrag an das Oberlandesgericht Köln beigefügt worden sei. Es gibt derzeit noch keine förmliche Klage. "Es geht nur darum, dass das OLG Köln den Gerichtsstand festlegt", erläuterte Rath. Dies sei nötig geworden, weil sonst Verjährungsfristen abgelaufen wären.

"Rechtlich nicht haltbar"

Ein Sprecher von Sal. Oppenheim sagte der dpa, die Vorwürfe seien "rechtlich nicht haltbar". Einer etwaigen juristischen Klärung sehe das Bankhaus gelassen entgegen. Sal. Oppenheim war nach Fehlspekulationen und Milliardenverlusten Anfang 2010 von der Deutschen Bank übernommen worden und steht heute unter komplett neuer Führung.

Auch Vermögensberater Esch hatte die Vorwürfe bereits bei Bekanntwerden der Klagevorbereitungen im vergangenen Jahr zurückgewiesen.

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Steffen Gerth
Geschrieben vonSteffen Gerth

Redakteur Der Handel und etailment

Steffen Gerth ist Redakteur bei Der Handel und etailment. Für das Digital-Commerce-Magazin der dfv Mediengruppe schrieb er unter anderem die wöchentliche Kolumne "Die Woche im Handel" mit Analysen zum Strukturwandel im deutschen Einzelhandel.

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