
Rekordinvestment in Shoppingcenter
Shoppingcenter bleiben für Investoren die beliebtesten Handelsimmobilien. Demnach wurde 2015 in diese Häuser so viel Geld gesteckt wie lange nicht mehr. Der Druck auf die Renditen steigt allerdings.
Steffen GerthRedakteur Der Handel und etailmentMehr Einzeltransaktionen
Trotz des großen Volumens durch eine Reihe von Portfolio-Transaktionen dominierten weiterhin die Einzeltransaktionen. Ihre Anzahl hat sich im Laufe des Jahres 2015 auf 50 verdoppelt. Dabei lag der durchschnittliche Kaufpreis bei 76,5 Millionen Euro. Insbesondere kleine Center wechselten den Besitzer.
Die JLL-Centerexpertin Sabine Keulertz sieht auch für das laufende Jahr eine Fortsetzung dieses Trends: "Die hohe Dynamik des abgelaufenen Jahres wird sich auch 2016 fortsetzen. Vor allem im kleinteiligen Bereich wird die Zahl der Transaktionen erneut zunehmen."
Für das erste Quartal erwartet Keulertz, dass weitere Shoppingcenter auf den Markt kommen. Traditionell sei die Immobilienmesse Mipim in Cannes (15. bis 18. März) der Auftakt für die Vermarktung. "Wir gehen davon aus, dass das Rekordvolumen aus dem Jahr 2015 im laufenden Jahr wieder erreicht wird - selbst, wenn es diesmal keine großvolumigen Deals geben sollte", sagt die Immobilienexpertin weiter.
Französische und kanadische Investoren dominieren
Die Mehrzahl der Käufe wird laut JLL weiter von ausländischen Investoren getätigt. Ihr Anteil betrug im abgelaufenen Jahr 57 Prozent - nach 65 Prozent im Vorjahr. Bei den Portfoliodeals lag der Anteil ausländischer Investoren sogar bei 90 Prozent. Durch die beiden genannten Großübernahmen dominierten Investoren aus Frankreich und Kanada. Deutsche Anlager sind mit 59 Prozent besonders bei den Einzeltransaktionen engagiert.
Die traditionell aktivsten Käufer waren die Asset/Fonds Manager mit 39 Prozent Marktanteil gefolgt von den Immobilien AGs mit 25 Prozent. Auf der Verkäuferseite ist der Anteil der Asset/Fonds Manager ebenfalls mit 39 Prozent der höchste. Auffällig ist, dass Banken und Unternehmen ihre Bestände reduzierten, während Spezialfonds und Pensionskassen mit jeweils mehr als 500 Millionen Euro allein auf der Käuferseite aktiv sind.
Die nochmals gestiegene Nachfrage bei Shoppingcentern hat den Druck auf die Spitzenrendite erhöht. Ein Rückgang um 25 Basispunkte im vergangenen Jahr hat für einen neuen Tiefststand von 4,25 Prozent gesorgt. Vor allem abseits des Core-Segments gingen die Erträge zurück. Für das laufende Jahr ist damit zu rechnen, dass sich die Entwicklung fortsetzt.

Redakteur Der Handel und etailment
Steffen Gerth ist Redakteur bei Der Handel und etailment. Für das Digital-Commerce-Magazin der dfv Mediengruppe schrieb er unter anderem die wöchentliche Kolumne "Die Woche im Handel" mit Analysen zum Strukturwandel im deutschen Einzelhandel.
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