Responsive Design: Alles andere ist nur eine Zwischenlösung

Responsive Design: Alles andere ist nur eine Zwischenlösung

Responsive Design - das ist gerade für mittelständische Onlinehändler so etwas wie die 1a-Lage des Mobile Commerce. Hätte man gerne, kommt man aber nicht hin. Kommt man doch. Das zeigt beispielsweise der Beauty-Shop von Ludwig Beck. Den Shop für das Münchner Traditionshaus hat die Agentur mzentrale in die 1a-Lage gebracht. Im Interview mit etailment erklärt Geschäftsführer Sebastian Wernhöfer, warum sich Händler dem Responsive Design verschreiben sollten und wie sich der Weg in die 1a-Lage le...

OKOlaf KolbrückChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Warum legen viele Händler noch immer so wenig Gewicht auf einen perfekten mobilen Auftritt?

Sebastian Wernhöfer: Viele verweisen auf den geringen mobilen Traffic. Wenn dann doch Käufe zustande kommen, fühlen sie sich sogar bestätigt. Da ist auch die Leidensfähigkeit der Kunden teilweise enorm hoch. Dabei ließe sich im Idealfall die Conversion mit einer responsiven Lösung deutlich steigern.

Die schlichte mobile Version ist natürlich schneller machbar als eine responsive Lösung.

Sebastian Wernhöfer: Richtig. Aber viele Händler erleben inzwischen, wie die Kunden vom mobilen Newsletter auf die Website auf dem Smartphone kommen und dann an einer nichtoptimierten Website verzweifeln. Wenn es an den Checkout geht, ist eine komplizierte Eingabe beispielsweise der Kreditkartendaten nicht nur ein Problem von Optik und Usability,sondern nagt auch am Vertrauen in den Shop. Diese Händler wollen dann schnell eine mobil optimierte Seite als Zwischenlösung – in vollem Bewusstsein, dass sie bald schon eine responsive Variante benötigen. Denn mit jedem neuen Smartphone und jedem neuem Format kann man sich von festen Screen-Größen mehr und mehr verabschieden.

Warum dann nicht gleich?

Sebastian Wernhöfer: Gerade mittelständische Händler sind eher budgetsensitiv. Insbesondere diese müssen aber oft eine höhere Investition vornehmen, weil die Vorarbeiten fehlen. Das führt unter anderem zu einer längeren Entwicklungsphase, um das Layout korrekt zu bauen. Der Aufwand verdreifacht sich da schnell.

Warum ging es dann bei Ludwig Beck so fix?

Sebastian Wernhöfer: Bei Ludwig Beck konnten wir auf ein selbst entwickeltes Framework zurückgreifen, das von vorneherein für Responsive Design geeignet war.

Lässt sich die Entwicklung sonst noch beschleunigen?

Sebastian Wernhöfer: Wir führen vielfach Crowdtesting durch, um Ergebnisse für die verschiedenen Endgeräte schneller überprüfen zu können.

Wie schnell kann es denn heute gehen?

Sebastian Wernhöfer: Wenn das Konzept steht, kann man die Entwicklung des Layouts und die Programmierarbeiten in drei bis vier Monaten schaffen. Vielfach ist dann vor allem die Anbindung an externe Systeme, beispielsweise an das Warenwirtschaftssystem, doch noch eine große Bremse.

Sollten sich Händler also bei einem bevorstehenden Relaunch des Webshop lieber vorrangig über die mobile Version Gedanken machen und erst dann die Desktop-Variante skizzieren?

Sebastian Wernhöfer: Man sollte zunächst alle wichtigen Elemente für Mobile festlegen. Erst dann sollte man sich fragen: Was brauchen wir noch und was wollen wir noch? Häufig wollen aber Händler möglichst schnell eine neue Desktop-Version und geben sich mit groben Plänen für die mobile Version erst einmal zufrieden.

Gibt es für „Mobile first“ Beispiele?

Sebastian Wernhöfer: Wir haben für Braun Hamburg einen Shop gebaut, bei dem wir Mobile first umgesetzt haben und dabei sogar Sonderformate entwickeln konnten.

Wie „chic“ muss Responsive Design denn sein?

Sebastian Wernhöfer: Natürlich kann man mit einem Responsive Design optisch ansprechende Element besser auswählen und darstellen und so die emotionale Wirkung verbessern. Aber auf dem Smartphone ist das nicht ganz so zwingend nötig. Hier hat der Nutzer in der Regel schon ein klares Kaufinteresse. Gerade im Mobile Commerce ist es wichtiger, sich bei der Gestaltung an die jeweilige Nutzungssituation des Endgerätes anzupassen. Auch das ist Responsive Design ein erheblicher Vorteil.

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Geschrieben vonOlaf Kolbrück

Chefredakteur

Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.

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