
Runners Point: Der lange Run zum Multichannel
Auf der „cum grano salis“ zu lesenden „Todesliste“ des Handels von Wirtschaftswoche und Wieselhuber & Partner reichte es für Runners Point noch für einen ehrbaren Platz im hinteren Feld (Platz 27). Zwar muss sich der Filialist zunehmend gegen Zalando, Marktplätze und die Portale von Markenherstellern erwehren, doch mit seinen auf Erlebnis und Service ausgerichteten Filialen und einem eng verknüpftem Webshop läuft es für Runners Point immer noch gut. Auch weil die Recklinghausener zu den Frühs...
Mehrkampf, das ist die Überlebensstrategie von Runners Point.
In den Filialen beispielsweise durch eine professionelle Laufberatung mit modernster Computertechnik und Erlebnis-Mehrwert durch Projekte wie „Runners Point World of Running“ samt einer 15 Meter langen und weltweit einzigartigen Analyselaufbahn wie sie im Store in Dortmund zu sehen ist.
Service, der sich mit technischen Mitteln auch ins Web übersetzen lässt. Im Webshop hilft ein professionell wirkender Laufschuhberater mit umfassenden Erklärungen und individuellen Einstellmöglichkeiten bei der Suche nach dem passenden Schuh. Ein überzeugendes Konzept.
Da fragt es sich, warum Runners Point nicht mit einer passenden App auf den Trend der Fitness-Tracking Apps aufspringt und derlei Systeme dann als Service integriert.
Den Kunden jedenfalls behagt das breite Service-Angebot der Kette im Web. In der ECC-Studie „Erfolgsfaktoren im E-Commerce – Deutschlands Top Online-Shops Vol. 3“ kommt der Servicebereich aus Konsumentensicht besonders gut weg.
Verlängerung der Ladentheke
In Stores wiederum werden Tablets als Verlängerung der Ladentheke genutzt, werden Touchscreen-Terminals eingesetzt, die den Kunden direkten Zugriff auf andere Angebote der Gruppe bieten. Die Kiosksysteme bieten das Gesamtsortiment auf. Der Kunde kann dort bestellen, die Ware nach Hause oder in die Filiale liefern lassen. Im Webshop selbst bleibt Click & Collect unsichtbar. Da hat die Kette also noch Luft nach oben.
Um den Online-Kunden wiederum für den Service im Laden zu faszinieren, gibt es im Web neben einem Video auch einen virtuellen Rundgang durch die Laufwelt.
Natürlich gibt es auch zu Top-Produkten Erklärbär-Videos, die allerdings gerne etwas pfiffiger sein dürften.
Optimierungspotenzial bietet auch das Online-Magazin, dessen Usability eher an einen Schuh erinnert, der zwei Nummern zu klein ist, weil es eine Ladezeit wie eingeschlafene Füße hat, wenn man einem Produkt in den Shop folgen will.
Lebhafte Online-Community
Umso überzeugender wirkt dagegen der Umgang mit der Online-Community in einem recht belebten Experten-Blog und auf der aktivierend gestalteten Facebook-Fanpage. Beide Auftritt sind zudem erfrischend zurückhaltend in Sachen PR.
Mit Location Based Services ist der Filialist hingegen längst in der Bahn. In Düsseldorf beteiligt sich Runners Point gerade an einem Pilotprojekt des Marketing-Dienstleisters Gettings, das den Einsatz von mobilen Coupons und Werbe-Nachrichten per Beacon erprobt.
Diese Präsentation zur Multichannel-Strategie von Runners Point ist zwar von 2013, vieles davon inzwischen umgesetzt, gleichwohl lässt sich daran gut die Bandbreite der Aufgaben bei der Umsetzung einer Multichannel-Strategie ablesen.
Multichannel-Strategie - Wie der POS erfolgreich mit dem Online-Shop vernetzt und "Multichannel gelebt" wird | Otto Hurler, RUNNERS POINT Warenhandelsgesellschaft mbH Recklinghausen, auf dem 4. Shopper Marketing KongressChefredakteur
Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.
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