
Schaufenster für Konsumgüter
Die Frankfurter Messe Ambiente startet diese Woche mit mehr Ausstellern ins Konsumjahr. Das Gastland Frankreich bietet Stars und Luxus, doch die Branche der schönen Dinge hat auch Sorgen.
David WöllensteinRedakteurVon Freitag bis einschließlich Dienstag (19. Februar) werden 4.688 Hersteller aus 81 Ländern ihre Produkte rund um Einrichtung und Haushalt dem Fachpublikum auf dem vollvermieteten Gelände präsentieren. 2012 haben 4.530 Firmen ihre Produkte in Frankfurt präsentiert. Mehr Aussteller als im Vorjahr kommen insbesondere aus China, aber auch aus Westeuropa.
"Es wird konsumiert, nicht gespart"
Ausgehend von einer steigenden Kaufkraft im europäischen Kernmarkt Deutschland rechnet Geschäftsführer Detlef Braun mit einem aufgehellten Konsumklima und guten Geschäften für seine Kunden. "2013 wird ein Konsumjahr", erklärte er.
Die hohen Beschäftigtenzahlen wie auch die steigenden Reallöhne in Deutschland sprächen für eine stärkere Konsumneigung. Zudem böten die geringen Zinsen so gut wie keine Sparanreize. "Es wird konsumiert und nicht gespart."
Nach Schätzungen der Messe entfällt etwa ein Drittel des Ambiente-Geschäfts auf den deutschen Endkundenmarkt. Doch die Veranstaltung sei auch ein internationaler Marktplatz. "Hier kommt auch der Nordamerikaner mit dem Kanadier ins Geschäft. Für das, was man hier in fünf Tagen erledigen kann, müsste man sonst fünf Monate um die Welt fliegen", sagte Stephan Kurzawski von der Messe-Geschäftsleitung.
Andere Länder, andere Einkaufs-Vorlieben
Dabei zeigten die Einkäufer je nach Herkunft ganz unterschiedliche Interessen, wie Ambiente-Chefin Nicolette Naumann berichtete. Chinesen seien sehr auf Marken aus, während Japaner vor allem nach neuem Design Ausschau hielten.
Ausgesprochene Luxuseinkäufer kämen aus Indien, Hochzeitsausstatter aus dem arabischen Raum deckten sich bei der Messe vor allem mit Accessoires ein. Das Angebot wurde in diesem Jahr um mittelpreisige Uhren und Elektro-Kleingeräte erweitert.
Für den deutschen Fachhandel geht es nach den Worten des Verbandsgeschäftsführers Thomas Grothkopp darum, den Herausforderungen des Onlinehandels zu begegnen. So gebe es etwa bei Nachbestellungen Probleme mit der Versorgung des stationären Handels seitens der Hersteller, während es online oftmals gut funktioniere.
Obwohl es bei den Produkten wichtig sei, sie anzufassen und selbst zu erleben, drohten wichtige Umsätze ins Internet abzuwandern, warnte der Vertreter des Bundesverbandes für den gedeckten Tisch, Hausrat und Wohnkultur (GPK). Die Hersteller müssten darauf mit differenzierten Vertriebskonzepten reagieren.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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