
Schuhhandel: Mehr Rabatte, weniger Gewinn
Der Schuhhandel hat im ersten Halbjahr gut verkauft - und blickt trotzdem skeptisch in die Zukunft. Die Rabattschlachten drückten auf die Gewinne. Die Konsequenzen trägt das Personal.
Björn BöerChefredakteurDurch ein leichtes Plus bei den Schuhhandelsketten blieb der Umsatz in der gesamten Branche insgesamt stabil. Durch die frühen und umfangreichen Rabatte ging der Gewinn bei der Mehrzahl der Unternehmen allerdings zurück, wie der Verband weiter mitteilte.
Rabatte schmälern Gewinne
Massive Rabatte seien vereinzelt schon im Mai gewährt worden, als kühles Wetter für ein Stimmungstief in der Branche sorgte. Sandalen, Flip-Flops und Pantoletten seien häufig erst mit durchgestrichenem Preis über die Ladentische gegangen.
Den Sommerschlussverkauf nutzten die Verbraucher aus: Im Juli stieg der Umsatz des Schuhfachhandels trotz der kräftigen Preisnachlässe um 5 Prozent.
Jedes zehnte Unternehmen wolle wegen sinkender Gewinne seine Personalkosten senken beziehungsweise Personal abbauen. Oftmals würde die Stundenzahl gekürzt oder es werde auf Aushilfen verzichtet. Der Schuhfachhandel umfasst 6.400 Unternehmen mit 76.000 Beschäftigten, darunter 44.000 Teilzeitmitarbeiter.
Schuhpreise bleiben stabil
Die deutsche Schuhindustrie berichtete ebenfalls von stabilen Abgabepreisen für die Herbst- und Winterschuhe, die vom Handel seit einigen Wochen angeboten werden.
Sommerschuhe waren in diesem Jahr dank Rabatten sogar etwas günstiger als im Vorjahr: Die durchschnittlichen Verkaufspreise waren nach Verbandsangaben leicht rückläufig.
Herbst- und Winterschuhe sollen in diesem Jahr nicht teurer werden. "Unsere Branche ist von Preisstabilität geprägt", sagte die BDSE-Präsidentin des Brigitte Wischnewski. Bei hochwertigen Lederschuhen seien Preiserhöhungen wegen schwankender Preise auf dem Ledermarkt jedoch nicht ausgeschlossen.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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