
Skoda Rapid: Vernunft und Vergnügen
Nicht nur ein Familienauto: Auf den zweiten Blick erweist sich der Skoda Rapid als ökonomisch-praktischer Dienst- und Flottenwagen.
Björn BöerChefredakteurBis zu 1.490 Liter Kofferraumvolumen
Wer die asymetrisch geteilte Rücksitzbank flach legt, erhält sogar 1.490 Liter Stauraum. Spätestens jetzt hat sich die Frage nach dem Kombi erledigt, zumal die Heckklappe weit aufschwingt und das Beladen erleichtert.
Wie die Ingenieure in Mlada Boleslav es geschafft haben, auf knapp 4,50 Meter Gesamtlänge auch noch ordentlich Platz für fünf Passagiere zu schaffen, bleibt ihr Geheimnis. Jedenfalls sitzen selbst die Fahrgäste in Reihe zwei kommod.
Normverbrauchswert ist nicht unrealistisch
Vernunft bedeutet eben nicht zwingend Verzicht. Das gilt auch für den Antrieb. Der aus diversen Volkwagen-Konzernbaureihen bekannte 1,6-Liter Diesel mit 77 kW/105 PS macht den Viertürer immerhin 190 Stundenkilometer schnell, begnügt sich im Normverbrauch aber mit 4,4 Litern auf 100 Kilometern. Dieser Wert ist bei gemächlicher Fortbewegung auf ebener Landstraße tatsächlich zu erzielen. Forcierte Gangart provoziert schlimmstenfalls eine "6" vor dem Komma, und so sind im Alltagsbetrieb Verbrauchswerte um die fünf Liter realistisch.
Dazu ist das Auto handlich, übersichtlich, mit einer komfortablen Federung gesegnet und im Innenraum für einen Diesel angenehm leise. Bleibt eigentlich nur noch abzuwarten, wann die Volkswagen-Oberen den kleineren TDI-Motoren endlich auch den zeitgemäßen sechsten Gang spendieren. So ließe sich bei Autobahnfahrten mit höherem Tempo sicher noch Drehzahl und damit Kraftstoff einsparen.
Klassische Tugenden der Marke
Auch im Innenraum verkörpert der Rapid die klassischen Skoda-Tugenden, die die VW-Tochter zum rasanten Aufstieg bis zur Importmarke Nummer eins in Deutschland geführt haben. Es geht sachlich zu, leicht verständlich, überschau- und mühelos bedienbar.
Dass beispielsweise die Türverkleidungen aus kostengünstigem Hartplastik gefertigt sind, sieht man dem Wagen spätestens beim Zählen der vielen Ablagen, Becher- und Flaschenhalter nach. Alles sitzt einfach am rechten Fleck. Und der überdimensionierte Heckscheibenwischer schmiegt sich zwar nicht besonders harmonisch in die Karosseriesilhouette ein, erfüllt aber seinen Zweck und sorgt selbst bei starkem Regen für eine gute Rücksicht.
Diesel ab 18.410 Euro
Wie kaum eine zweite Marke hat es Skoda geschafft, den Begriff "gutes Preis-Leistungsverhältnis" zu besetzen. VW-Technik zum Schnäppchenpreis - das hat sich in den Köpfen der Verbraucher festgesetzt. Beim Studium der Verkaufsbroschüren zeigt sich allerdings schnell, dass auch die aufstrebende Konzerntochter, die für das Jahr 2012 soeben einen weltweiten Rekordabsatz von 939.200 Fahrzeugen vermeldete, nichts zu verschenken hat. Zwar beginnt die Rapid-Preisliste bei attraktiven 13.990 Euro für den 55 kW/75 PS-Basisbenziner in Grundausstattung. Doch dieses Modell kann getrost als "Lockvogel" angesehen werden und ist hierzulande praktisch unverkäuflich.
Der Diesel startet bei 18.410 Euro, liegt in der Top-Ausstattung "Elegance" bereits bei 22.160 Euro und kann dann immer noch mit einigen "Extras" wie dem Navigationssystem mit allerdings zu kleinem Bildschirm (990 Euro) verfeinert werden. Dann paaren sich Vernunft und Vergnügen. Und für alle Fälle: Einen Kombi haben die Skoda-Strategen auch noch in der Mache…
Bernd Nusser

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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