
So clever (oder öde) werben deutsche Startups im TV
Im Wettbewerb im Web zählt Schnelligkeit. Ein rascher Anstieg der Kundenzahl ist gefragt - auch mit Blick auf die Investoren. Für mehr Reichweite ist TV immer noch erste Wahl. Strahlt ein Startup einen TV-Spot aus, dann rauchen die Server. Auch dank Media-for-Equity landen heute immer mehr junge Unternehmen im Werbeblock. Doch Airtime ist nicht alles. Gefragt ist auch eine kreative Lösung. Manchmal wird die inhouse fabriziert. Manchmal mit Hilfe einer Agentur. Ein Garant für eine gute Kampagn...
Wummelkiste: Das Berliner Start-Up Wummelkiste bietet Bastelkisten für Kids. Im Abo. Klingt erklärungsbedürftig, dachte sich das Start-up-Team und ließ ein kreuzbraves Erklärbärvideo produzieren. Das spricht eher die Ratio der Eltern an, als Emotionen und Spiellust.
Tirendo: Der Reifenanbieter kann Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel und TV-Moderator/Comedian Uke Bosse in einem TV-Spot aufbieten. Das kostete womöglich einiges. Für Ideen fehlte dann das Geld. Aber vielleicht ist der kreuzdämliche Inhalt des Spots von der Münchner Serviceplan-Tochter Neverest fast egal. oder es sollte so platt sein. Uke ist Kult.
Urbanara: Urbanara, Onlineanbieter für hochqualitative Heimtextilien, schaltete sich Ende November ins TV ein. Dafür schickte der Pure Player im Commercial ein kleines Baumwollbällchen durch eine fantastische Welt, die komplett aus Textilien und Produkten von Urbanara gestaltet ist. Kuschelig und aus der Feder von BBDO Proximity Düsseldorf.
reBuy: Geschäftsführer in grünen Boxershirts. Die hyperaktive TV-Werbung des Re-Commmerce-Anbieters, die TryNoAgency erdacht hat, kann man unterhaltsam finden,. Aber nur solange man noch nicht den frechen Spot vom DollarShaveClub gesehen hat, der das Filmchen inspiriert haben dürfte.
Regiondo: Seine erste TV-Kampagne hat der Online-Marktplatz für Freizeitaktivitäten inhouse in Zusammenarbeit mit der Agentur Leadlink auf den Weg gebracht und erklärt in 25-Sekunden das Angebotsspektrum. Klar wird, was die Ticket-Plattform macht. Nur Faszination, die dazu motiviert, den Fernsehsessel mit Hilfe von Regiondo zu verlassen, will sich nicht einstellen.
Chefredakteur
Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.
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