Software: Die unendliche Geschichte

Software: Die unendliche Geschichte

Händler scheuen gerne die Investition in neue Software. Sie wissen, da kann schnell eines zum anderen führen. Eine lange Folge neuer Anschaffungen, neuer Ausgaben. Das kann passieren, das kann aber auch nützlich sein.

OKOlaf KolbrückChefredakteur
4 Min.· Aktualisiert am
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Nehmen wir beispielsweise ein Bikini-Lädchen, das im Social Web sehr aktiv ist. Die paar Facebook Insights reichen nicht mehr. Man will mehr wissen, will wissen, ob und wie unter anderem die Videowerbung funktioniert.

Video-Analyse-Tool

Helfen könnte da beispielsweise ein Analyse-Tool von Ebuzzing. Das neue Dashboard analysiert die Verbreitung der eigenen Video-Kampagnen in sozialen Medien und ermittelt den tatsächlichen Wert von Video Ads. Über ein neues Widget innerhalb des Dashboards lässt sich neben der Zahl der Video-Klicks auch anzeigen lassen, wo das Video auf dem Expand, Overlay oder Custom Endscreen angeklickt wurde. Darüber lassen sich über eine Benchmark-Funktion Branchenvergleiche erstellen. Auch die Interaktion der User mit dem Video wird ermittelt. Zusätzlich zeigt das Dashboard die Verbreitung in den wichtigsten sozialen Medien über Interaktionsraten und Anzahl der Shares sowie Tonalitäts-Analysen an.

Denken wir positiv. Die Analyse hilft, die Werbung und Platzierung zu verbessern. Die Kunden kommen sogar im tiefsten Winter (wir reden von einem Bikini-Lädchen) häufiger auf die Website. Doch dort klickt es dann nicht so recht.

Web-Controlling

Woran das liegt, könnte dann die Web-Controlling Lösung von etracker ermitteln, wie sie neuerdings beispielsweise von kik24 eingesetzt wird. Die Web-Analyse-Software bietet sich unter anderem an, wenn man Besucherzufriedenheitsbefragung durchführen will, mit Mouse Tracking- und Formular-Analyse-Software dem Nutzerverhalten auf den Grund gegen will oder gezielt einzelne Besucher- und Zielgruppen in Echtzeit analysieren möchte.

Da stellt dann unser Bikini-Lädchen fest, dass zwar die Klickverläufe top sind, doch wenn es dann bei den Größenangaben zum Schwur kommt, verweigern die Kunden die Aussage, vulgo den Kauf. Oder: Sie bestellen nach ein paar Optimierungen auf Basis der Analyse deutlich mehr - aber immer mehr falsche Größen. Die Retourenkosten fressen den Mehrumsatz.

Virtuelle Anprobe gegen Kaufabbrüche

Also doch mal über den Tellerrand und Richtung Augmented Reality blicken? Wer das Anprobe-Szenario virtualisieren möchte, um Retouren und Kaufabrüche zu vermeiden, landet dann womöglich bei Fits.me. Deren Software simuliert auf automatisierten Ankleidepuppen eine Vielzahl von Konfektionsgrößen und Proportionen. Auf vorab erstellten Fotoserien kann der Kunde dann beurteilen, wie ein angebotenes Kleidungsstück an ihm nach Angabe seiner individuellen Körpermaße aussehen würde. Der Vorteil hierbei: Fits.me, unter anderem im Einsatz bei Boss und Adidas, wird als Software as a Service angeboten und kann ohne großen Aufwand in jeden Web-Shop integriert werden.

Kunden im Laden tracken

Zufrieden ist man ja nie. Irgendwas ist ja immer. Also stellt unser Bikini-Lädchen, ein Multichannel-Anbieter, nach all den guten Erfahrungen im Web fest, dass ein wenig mehr Analyse auch im stationären Laden nicht schaden würde. Denn wer Daten wie Website-Besucher oder Klickzahlen einsehen kann, wünscht sich das ja irgendwann auch im Laden. Da könnte Christian Wallin, Gründer und Geschäftsführer von 42reports.com, eventuell weiterhelfen. Statt Kunden im Laden mit teurer Videotechnik oder Wärmebildkameras zu tracken, setzt er auf einen Sensor, der das WLAN-Signal von Smartphone-Besitzern erfasst.

Das flugs installierte System ermittelt unter anderem die Passantenfrequenz, die Aufenthaltsdauer im Laden, differenziert nach Neu- und Stammkunden und kann so auch erkennen helfen, was es bringt, wenn man in der Fußgängerzone Flyer verteilt oder wie viele Besucher (und nicht nur Umsatz) eine zeitlich befristete Werbeaktion brachte.

#BLa5965#Mobile Shopping Lösungen

Und weil unser Bikini-Lädchen dabei festellt, dass doch sehr, sehr viele Kunden mit dem Smartphone in den Laden kommen, wird dann auch intensiv über eine Mobile Shopping Lösung nachgedacht. Warum nicht QR-Code Shopping? Man hört da ja so viel. Sogar ein Edeka-Händler bietet zusammen mit Shopgate eine Aktion, bei der per Edeka-App der QR-Code eines Plakats eingescannt wird und alle dort gezeigten Produkte im Warenkorb des mobilen Shops landen. Klingt praktisch. Klingt nach einer neuen Geschichte.

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Geschrieben vonOlaf Kolbrück

Chefredakteur

Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.

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