
Spielzeug auch weiterhin gefragt
2009 legte der deutsche Spielwarenmarkt wieder deutlich zu. Dabei ist das Umweltbewusstsein in den Kinderzimmern angekommen. 2011 werden die Produkte aber vermutlich teurer.
David WöllensteinRedakteurUmsatzplus 2,8 Prozent
Die deutschen Mitglieder verzeichneten demnach mit 450 Millionen Euro ein Umsatzwachstum von 2,8 Prozent, was einem Marktanteil von 19 Prozent am traditionellen Spielwarenmarkt und einem Fachhandelsmarktanteil von 47 Prozent entspreche. Dementsprechend konnte Vedes im vergangenen Geschäftsjahr ein positives Ergebnis in Höhe von 1,9 Millionen Euro ausweisen.
Die ersten Monate des Jahres 2010 verliefen ebenfalls erfreulich für die Branche: Das traditionelle Segment lag nach Angaben des Marktforschungsinstitutes Eurotoys Ende April kumuliert 2,4 Prozent über dem Wert vom Vorjahr. Die Vedes-Fachhändler lagen bis Ende Mai 2010 europaweit rund drei Prozent im Plus.
Weihnachtsgeschäft wird vermutlich gut
"Alles spricht für ein gutes Weihnachtsgeschäft", prognostiziert der Vedes-Vorstandsvorsitzende Dr. Thomas Märtz. Großes Potenzial versprechen sich die Händler dabei auch von umweltbewussten Produkten: Spielzeug, das nur mit Solarenergie funktioniert, sei ebenso gefragt wie Experimentierkästen über alternative Energiequellen und Bastelsets zur Förderung des Umweltbewusstseins.
Auch die Nachfrage nach sozialverträglichen, umweltfreundlichen und ökologisch hergestellten Spielwaren von hoher Qualität und Sicherheit steige kontinuierlich. Dementsprechend legt die Spielwarenindustrie Vedes zufolge mittlerweile verstärkt Wert auf eine umweltfreundliche und verantwortungsbewusste Produktion.
"Der Umwelt- und Qualitätsaspekt stellt gerade für den Fachhandel eine einmalige Chance dar, sich durch Vertrauen und Kompetenz beim Verbraucher zu profilieren und gleichzeitig gegenüber dem Wettbewerb zu differenzieren", erläutert Vedes-Vorstand Wolfgang Groß. "In diesem Bereich sehen wir noch erhebliches
Wachstumspotenzial."
Spielwaren vermutlich bald teurer
Doch "gutes" Spielzeug hat auch seinen Preis: Zusammen mit höheren Frachtkosten, einem stärkeren Dollar und steigenden Löhne in den asiatischen Produktionsländern könnten bestimmte Produktgruppen bis zu 30 Prozent teurer werden, prognostizieren die Fachhändler: "Das alles wird sich über kurz oder lang auf die Preise auswirken", ist Vorstandsmitglied Achim Weniger überzeugt. Das diesjährige Weihnachtsgeschäft sei davon allerdings vermutlich noch nicht betroffen.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
Alle Beiträge