
Staatsanwalt ermittelt gegen Simmel
Zwei Gutachten attestierten Peter Simmel zwar korrektes Arbeiten. Doch nun muss sich der Edeka-Aufsichtsratchef mit dem Staatsanwalt auseinandersetzen. Es geht auch um Sozialversicherungsbetrug.
Steffen GerthRedakteur Der Handel und etailmentVerdi spricht von Gefälligkeitsgutachten
Die aktuelle Ausgabe des Nachrichtenmagazins "Focus" zitiert Vogel mit den Worten: "Der Sachverhalt wird mit Nachdruck verfolgt." Simmel hatte die Vorwürfe stets bestritten. Zwei Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) und der Rechtsanwaltskanzlei KKP Köning & Partner hatten ihn entlastet.
Verdi hatte nach den Spitzel-Vorwürfen Strafanzeige gestellt. Federführend ist hier Verdi Sachsen (Simmels Firmensitz befindet sich in der sächsischen Stadt Grünau).
Bezahlung per Warengutscheine
Außerdem wurde die Deutsche Rentenversicherungsanstalt in Leipzig zu einer Überprüfung von Simmels Unternehmen aufgefordert. Es besteht der Verdacht, dass in der Simmel-Gruppe Überstunden mit Warengutscheinen vergütet und auf diese Weise womöglich Sozialkassen geschädigt wurden.
Die Rentenbehörde soll den Fall inzwischen an das Hauptzollamt in Chemnitz abgegeben haben.
Rücktritt im Januar?
Simmel betreibt 32 Märkte in Sachsen, Thüringen und Bayern mit rund 1.000 Beschäftigten. Zudem ist der Händler Vorsitzendes Aufsichtsrats von Edeka. Die "Financial Times Deutschland" hatte allerdings vorige Woche berichtet, dass Simmel noch im Januar von diesem Posten zurücktreten werde.
Edeka gehört zu den elf Handelsbetrieben, gegen die seit vorige Woche das Bundeskartellamt wegen Verdachts auf unerlaubte Preisabsprachen ermittelt.

Redakteur Der Handel und etailment
Steffen Gerth ist Redakteur bei Der Handel und etailment. Für das Digital-Commerce-Magazin der dfv Mediengruppe schrieb er unter anderem die wöchentliche Kolumne "Die Woche im Handel" mit Analysen zum Strukturwandel im deutschen Einzelhandel.
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