
Beratung wie im Laden: So will Frontnow den stationären Einkauf online nachbilden
Frontnow aus Berlin entwickelt SaaS-Lösungen, mit denen E-Commerce-Anbieter ihre Kunden so persönlich und bedürfnisorientiert ansprechen sollen, wie dies sonst nur im Ladengeschäft möglich ist. Im Etailment-Interview spricht Gründer Marc Funk über verschiedene Such-Szenarien und wo diese in Onlineshops noch an ihre Grenzen stoßen.
Im Etailment-Interview spricht Marc Funk, Gründer und Geschäftsführer von Frontnow, über sein Start-up und darüber, mit wem er noch gerne ins Geschäft kommen würde.Mal ehrlich und ohne Buzzwords: Wie würden Sie Ihren Eltern das Start-up erklären?
Die meisten Kaufentscheidungen werden nicht von Menschen getroffen, die exakt wissen, welches Produkt sie benötigen. Stattdessen entscheiden sich Menschen aus drei Hauptgründen für einen Kauf. Erstens: Sie haben ein Problem, das sie lösen möchten: "Ich habe dunkle Augenringe. Was kann ich dagegen machen?” oder "Ich habe während der Corona-Zeit zugenommen. Wie werde ich die zusätzlichen Kilos wieder los?”
Zweitens: Sie haben ein Bedürfnis, das sie befriedigen wollen: “Ich möchte mit meinen Kindern ein Baumhaus bauen.” oder “Ich möchte der Blickfang auf der Cocktailparty am Wochenende sein.”
Drittens: Sie wissen, welche Art von Produkt sie brauchen, aber nicht, welches spezifische Produkt ihnen am besten hilft: “Ich benötige geeignete Schrauben, um ein schweres Bild an einer Betonwand zu befestigen.”
Kein Onlineshop der Welt kann derartige Anfragen, Bedürfnisse oder Probleme lösen oder auch nur verstehen. Der Frontnow Advisor verändert dies grundlegend. Er ermöglicht es Handelskonzernen, eine bedürfnisorientierte und inspirierende Kundenberatung, wie man sie bisher nur aus einem Ladengeschäft kennt, auch online anzubieten.
Wie beschreiben Sie Ihr Geschäftsmodell einem möglichen Partner in einem Tweet (280 Zeichen)?
Frontnow revolutioniert den Onlinehandel mit personalisierter Einkaufserfahrung in 83 Sprachen. Der Gen-AI-basierte Frontnow Advisor steigert Conversion-Rate & Warenkorbgröße, während Frontnow Enhance SEO-optimierte Produkttexte generiert - GDPR-konform und mühelos.Welche Unternehmen/Kunden konnten Sie bereits überzeugen?
Unsere Lösungen sind bereits erfolgreich bei namhaften Unternehmen wie Coop, Volkswagen Group und SAP im Einsatz.
Wir streben Partnerschaften mit führenden Enterprise-Händlern und Shopsystemen an. Gleichzeitig sehen wir großes Potenzial in der Zusammenarbeit mit Flughafen- und Messebetreibern oder Automobilkonzernen.
Was war die wichtigste Erkenntnis seit dem Start?
Es ist entscheidend, das Produkt von Tag eins an gemeinsam mit dem Kunden zu entwickeln. Dabei sollte das Ziel sein, dem idealen Kunden einen persönlichen Nutzen zu bieten und ihn so von einem "Hero" zu einem "Champion" zu machen, der das Produkt begeistert weiterempfiehlt. Auf welche Erfolgszahl sind Sie besonders stolz?
Wir sind besonders stolz auf unser außergewöhnliches Wachstum, bei dem wir es geschafft haben, in nur 16 Monaten unseren ARR ("Annual Recurring Revenue", also Einnahmen, die jährlich immer wiederkehren, Anm. d. Red.) von null auf beeindruckende 1,8 Millionen Euro zu steigern. Dieses rasante Wachstum hat uns in die Top 10% der am schnellsten wachsenden B2B-SaaS-Unternehmen weltweit katapultiert.
Welche Schlagzeile würden Sie gerne in fünf Jahren über Ihr Start-up in einer Wirtschaftszeitung lesen?
"Amazon in Gefahr: Frontnow revolutioniert E-Commerce und stärkt klassischen Handel"
Redakteurin
Ulrike Sanz Grossón schreibt seit 2017 auf etailment.de über die digitalen Konzepte großer und kleinerer Einzelhandelsunternehmen. Die studierte Germanistin und Amerikanistin war journalistisch zunächst als freie Mitarbeiterin in der Lokalredaktion der "Taunus-Zeitung" (Frankfurter Neue Presse) und bei "Horizont" tätig. Es folgte das Volontariat bei der "Lebensmittel Zeitung". Seit 2003 schreibt sie als Redakteurin für verschiedene Publikationen des Deutschen Fachverlags.
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