
House of Change will Green Claims transparenter machen
Das Hamburger Start-up House of Change hat eine Lösung entwickelt, die Markenherstellern mehr Transparenz über ihre Produkte ermöglichen und Konsumenten dabei unterstützen soll, nachhaltigere Kaufentscheidungen zu treffen: Die Plattform info.link digitalisiert Produktinformationen und macht sie per QR-Code abrufbar. Etailment stellt House of Change im Kurzinterview vor.
Partnerschaft mit GS1 Germany
Die Plattform setzt unter anderem auf den GS1 Digital Link – einen Standard, der Datenträger und Idente wie etwa einen QR-Code inklusive Globaler Artikelnummer (GTIN) mit dem Web verbindet und es so ermöglicht, relevante und verpflichtende Produktinformationen in allen EU-Sprachen auf einfache und DSGVO-konforme Weise zugänglich zu machen. Konsumgüterunternehmen und Händler können info.link-Seiten samt QR-Code auch ohne technische Vorkenntnisse über die Plattform selbst erstellen.
Zu den ersten Nutzern von info.link gehört der Getränkehersteller Jake's Beverages, dessen gesamte Produktpalette auf die Plattform migriert wurde. Auch das Hamburger Pharma- und Hautpflege-Unternehmen Medskin Solutions integriert info.links.
Im Etailment-Interview erklärt Mitgründer Christoph Goeken, wie House of Change seinen Kunden helfen kann, Fehler anderer beim Thema Green Claims und Green Washing nicht zu wiederholen.
Mal ehrlich und ohne Buzzwords: Wie würden Sie Ihren Eltern das Start-up erklären?
Mama, stell dir vor, jedes physische Produkt in deinem Haushalt – von deiner Kaffeemaschine bis zur Zahnpasta – hätte eine kleine, unsichtbare Bibliothek voller Informationen dabei. Du könntest einfach mit deinem Smartphone darauf zugreifen und alles darüber erfahren: Nachhaltigkeits-Informationen, Bedienungsanleitungen, Herkunft der Materialien, Recycling-Infos, Rezepte oder sogar Reparaturvideos. info.link macht genau das möglich. Es verbindet jedes Produkt mit einer Sammlung von nützlichen Links und Informationen, die digital abrufbar sind.
Wie beschreiben Sie Ihr Geschäftsmodell einem möglichen Partner in einem Tweet (280 Zeichen)?
Bis 2027 wird jedes physische Produkt eine digitale Erweiterung haben. Info.link macht das regulatorisch-konforme Erstellen und Verwalten dieser Erweiterung kinderleicht – egal wie viele Produkte, Integrationen, Länder benötigt werden. Wir nehmen dafür ein paar Euro pro Produkt pro Jahr.
Welche Unternehmen/Kunden konnten Sie bereits überzeugen?
Wir sprechen bereits mit einigen bekannten Umweltlabels, Marken und großen Händlern. Derzeit testen wir unsere Plattform mit einigen Start-ups in Pilotprojekten.
Mit wem würden Sie gerne ins Geschäft kommen?
Mit jedem FMCG-Unternehmen, das nachhaltig denkt und transparent kommunizieren will.
Was war die wichtigste Erkenntnis seit dem Start?
Echtes Umdenken in Sachen Nachhaltigkeit wird primär durch Regulatorik getrieben. Allerdings muss man es Unternehmen dabei einfach machen, die Richtlinien zu verstehen, und erfolgreich umzusetzen.
Auf welche Erfolgszahl sind Sie besonders stolz?
Wir haben inzwischen die größte Datenbank von Green-Claims- und Greenwashing-Urteilen im Markt, was ein sehr hilfreicher strategischer und inhaltlicher Kompass bei der Entwicklung unserer info.link-Plattform ist. Sprich, wir wissen genau, wie wir Unternehmen helfen können, Fehler anderer nicht zu wiederholen.
Welche Schlagzeile würden Sie gerne in fünf Jahren über Ihr Start-up in einer Wirtschaftszeitung lesen?
Info.link ist die führende Plattform für mehr Transparenz in Produktinformationen
Redakteurin
Ulrike Sanz Grossón schreibt seit 2017 auf etailment.de über die digitalen Konzepte großer und kleinerer Einzelhandelsunternehmen. Die studierte Germanistin und Amerikanistin war journalistisch zunächst als freie Mitarbeiterin in der Lokalredaktion der "Taunus-Zeitung" (Frankfurter Neue Presse) und bei "Horizont" tätig. Es folgte das Volontariat bei der "Lebensmittel Zeitung". Seit 2003 schreibt sie als Redakteurin für verschiedene Publikationen des Deutschen Fachverlags.
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