
Ink Links: Füller und Tinte als Brücke zur Offline-Welt
Mit der Magie der Handschrift die Kundenbindung steigern, das ist die Idee des Start-ups Ink Links. Es bietet Versandhändlern handschriftliche Paketbeileger, um Kunden persönliche und wertschätzende Botschaften zu schicken. Start-up-Gründer Maximilian Krist erklärt das Geschäftsmodell im Etailment-Interview.
David WöllensteinRedakteurMal ehrlich und ohne Buzzwords: Wie würden Sie Ihren Eltern das Start-up erklären?
Bei Ink Links schreiben wir für Onlineshops Karten mit Füller und Tinte. Diese Karten legen die Shops ihren Versandpaketen bei, um sich bei ihren Kunden für die Bestellung zu bedanken oder andere wertschätzende Worte an sie zu richten. Eine handgeschriebene Karte wirkt schließlich viel persönlicher und wird von deutlich mehr Kunden gelesen als ein gedruckter Flyer oder die hundertste E-Mail.
Da meine Handschrift kein Mensch lesen könnte und es sich für die meisten Unternehmen wirtschaftlich nicht rechnen würde, Karten von Hand zu schreiben, übernehmen Roboter bei uns diese Arbeit. Das Ergebnis ist optisch sowie haptisch genau wie durch eine menschliche Hand, aber um ein Vielfaches günstiger.
Wie beschreiben Sie Ihr Geschäftsmodell einem möglichen Partner in einem Tweet (280 Zeichen)?
Wir unterstützen Versandhändler dabei, durch handschriftliche Karten in den Versandpaketen mit ihren Kunden auf sehr persönliche und wertschätzende Weise zu kommunizieren und so die Kundenbindung zu steigern. Die Karten schreiben wir mit Tintenfüller automatisiert durch Roboter. Welche Unternehmen/Kunden konnten Sie bereits überzeugen?
Wir sind erst seit einem halben Jahr am Start und können daher noch keine seitenlange Kundenliste aufweisen. Aber wir konnten bereits durchaus einige spannende Unternehmen für uns gewinnen, unter anderen eine Uhrenmarke, Erzeuger von nachhaltigen Lebensmitteln und den Onlineshop eines Influencers. Das Tolle dabei ist, dass fast alle Kunden nach der ersten Bestellung überzeugt von der Wirkung handschriftlicher Karten sind und regelmäßig nachbestellen.
Mit wem würden Sie gerne ins Geschäft kommen?
Wir bauen mit der Magie der Handschrift für Onlineshops eine Brücke aus der Online-Welt zum persönlichen Kundenkontakt in der Offline-Welt. Dadurch ist die Customer Journey nicht auf das Internet beschränkt, sondern wird ganzheitlich gestaltet. Unsere Zielgruppe reicht von kleinen Start-ups, die ihre Produkte über das Internet verkaufen, bis hin zu großen Versandhändlern.
Auch wenn wir uns auf Versandhändler konzentrieren, können unsere handschriftlichen Karten auch für andere Unternehmen interessant sein, beispielsweise in Hotels als Begrüßungskarte für die Gäste.
Ich finde es wichtig, sich auch über kleine Erfolge zu freuen und diese zu feiern. Das gibt einem Rückenwind und hilft Durststrecken, die in jedem Unternehmen mal kommen, zu überstehen.
Auf welche Erfolgszahl sind Sie besonders stolz?
Auf die Gewinnung des ersten Kunden war und bin ich sehr stolz. Es ist einfach ein tolles Gefühl, wenn man nach langer Vorbereitung und vielen theoretischen Überlegungen endlich die Bestätigung bekommt, dass man mit seinem Produkt der Zielgruppe wirklich hilft und diese dann auch gerne dafür bezahlt.
Welche Schlagzeile würden Sie gerne in fünf Jahren über Ihr Start-up in einer Wirtschaftszeitung lesen?
Zalando sendet mit Partner Ink Links seinen Kunden bei jeder Bestellung eine handschriftliche Karte.
Start-ups ohne Buzzwords
Sie sind Gründer eines innovativen und spannenden Unternehmens im Umfeld von Handel und FMCG? Können auch Sie Ihr Start-up ohne Buzzwords erklären? Dann melden Sie sich bei uns jederzeit unter ulrike.sanz@dfv.de.
Alle bisher vorgestellten Start-ups finden Sie unter etailment-Startups.de.
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Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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