
IntraNav - Dirigenten in der Lagerhalle
In einer Lagerhalle kann es ganz schön chaotisch zugehen. Die Software von Quantitic behält den Überblick. Den Überblick müssen auch mögliche Kunden haben. Denn die Entwickler einer Echtzeit-IoT-Sensor-Plattform für die zentimetergenaue End-to-End-Ortung, treten mittlerweile vor allem als IntraNav in Erscheinung. Navigation passt auch besser zum Start-up. Schließlich geht es um eine clevere Lokalisierungstechnologie.
Mal ehrlich und ohne Buzzwords - Wie würden Sie ihren Eltern das Start-up erklären?
Ersan Günes: In großen Industrie- und Lagerhallen kann man schnell einmal den Überblick verlieren: Zahlreiche Güter, die von A nach B bewegt werden müssen, stapelweise Paletten, Gabelstapler und sonstige Transportfahrzeuge tummeln sich dort. Dabei kann viel schief gehen. Ein Mitarbeiter findet den Gabelstapler nicht, auf dem Weg zu seiner Zielposition ist Stau und zu allem Unglück hat er noch das falsche Material geladen. Um die Abläufe in diesen Hallen zu verbessern, haben wir ein technisches Hilfsmittel entwickelt, welches alle Abläufe zentral steuert und somit den Gabelstaplern beispielsweise den richtigen und schnellsten Weg weist – wie die Stauumfahrung beim Navi. Schlussendlich ist es unser Ziel, die Fabrik völlig eigenständig und intelligent arbeiten zu lassen. Brauche ich Produkt A aus dem Lager, dann gebe ich dies beispielsweise auf einem Tablet ein und die Fabrik “bringt” es mir automatisch. Soll wiederum das Produkt B im Lager verräumt werden, lege ich es einfach auf einen dafür vorgesehenen Platz und die intelligente Fabrik verräumt es von allein und weiß, wo es ist.
Wie beschreiben Sie ihr Geschäftsmodell einem möglichen Partner in einem Tweet?
IntraNav automatisiert Prozesse in der Produktion und Logistik und macht sie transparenter. Unsere IoT-Plattform ermöglicht das präzise In- und Outdoor-Tracking aller Fahrzeuge, Werkzeuge und Güter in Echtzeit. Unsere Vision: eine autarke und smarte Fabrik.
Okay, für den besonderen Vorteil, den USP bekommen Sie hier einen weiteren Tweet Platz:
IntraNav schafft volle Transparenz von Produktions- und Logistikprozessen und ist somit ein wertvolles Werkzeug, um Kosten zu betrachten, Staubildung zu verhindern und den Warenfluss zu optimieren.
Welche Unternehmen/Kunden konnten Sie bereits überzeugen?
Derzeit arbeiten wir mit 35 Kunden zusammen. Dazu gehören unter anderem die Automobilkonzerne Porsche, Daimler und Volkswagen. Außerdem vertrauen die Logistikunternehmen DB Schenker sowie DHL auf unsere Expertise und Produkte. Auch Nokia nutzt unsere Lösungen.
Mit wem würden Sie gerne ins Geschäft kommen?
Uns ist insbesondere die Vernetzung mit der regionalen Industrie wichtig. Wir denken, dass wir damit die Chance auf bessere Skalierungseffekte haben.
Was war das wichtigste Learning seit dem Start?
Wir haben sehr schnell gemerkt, dass wir unser Produkt nahe an den Bedürfnissen der Zielgruppe entwickeln müssen, um einen Mehrwert für die Industrie zu schaffen. Dafür haben wir verschiedene Dinge ausprobiert und eng mit unseren Kunden zusammengearbeitetDas war wichtig - als Gründer darf man sich nicht davor fürchten, potenzielle Fehlerquellen transparent zu machen und Timings und Budget ehrlich zu kommunizieren. Dann kommt man auch weiter und kann das Produkt verbessern.
Und was haben Sie daraus gemacht?
Seit jeher arbeiten wir sehr eng mit unseren Kunden zusammen und entwickeln gemeinsam mit ihnen die gewünschte Lösung. Das Produkt ist auf jeden einzelnen Kunden abgestimmt. Durch den regelmäßigen und offenen Austausch können wir garantieren, dass das Produkt den Wünschen und vor allem den Anforderungen des Kunden entspricht.Auf welche Erfolgszahl sind Sie besonders stolz?
Erst vor kurzem erreichten wir den ersten Platz des VW Logistic Innovation Scouting. Es macht uns sehr stolz, dass unsere Lösungen nicht nur von unseren Kunden geschätzt, sondern auch von unabhängigen Jurys ausgezeichnet wird. So gewannen wir auch beim SAP Startup Accelerator for Digital Supply Chain und konnten uns mehrmals beim Microsoft Research IPSN durchsetzen. Dieses Jahr erwarten wir einen siebenstelligen Umsatz mit Neugeschäft.
Welche Schlagzeile würden Sie gerne über ihr Start-up 2020 in einer Wirtschaftszeitung lesen?
Unser Ziel ist es, Marktführer im Bereich der intelligenten Ortung und der Vernetzung autonomer Fahrzeuge zu sein. Wir möchten erreichen, dass sich IntraNav in den nächsten fünf Jahren als unabhängiger Standard für Industrieunternehmen durchsetzt und weitere Partner und Software-Entwickler ins Boot holen.
Start-ups ohne Buzzwords:
Können auch Sie ihr Start-up ohne Buzzwords erklären? Sie sind Gründer eines innovativen und spannenden Unternehmens im Umfeld von Handel und FMCG? Dann melden Sie sich bei uns jederzeit unter kolbrueck@etailment.de
Alle bisher vorgestellten Start-ups finden Sie unter etailment-Startups.de.
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Chefredakteur
Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.
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