Abstrakte 3D-Illustration eines virtuellen Showrooms mit Milchglas-Ebenen für digitale Markenwelten
© Black Forest Labs / Flux

Journee baut virtuelle Welten für Webshops

Mit seiner Metaverse-as-a-Service-Plattform baut das Berliner Start-up-Journee virtuelle, dreidimensionale Showrooms für bekannte Marken wie H&M, Shiseido, Siemens oder BMW. Das Besondere dabei ist die Verknüpfung von Metaversum und Onlineshop bzw. Markenwebsite: Konsumenten müssen sich nicht erst auf Plattformen wie Roblox oder Decentraland anmelden.

USUlrike Sanz GrossónRedakteurin
3 Min.· Aktualisiert am
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Doch nur ein schönes, immersive Erlebnis zu bauen, reicht nicht, davon sind die Journee-Gründer Thomas Lorenz und Christian Mio Loclair überzeugt. Den Vorteil ihrer Lösung liegt darin, dass sie in die Website des jeweiligen Markenpartners integriert werden kann. Dadurch dass Konsumenten sich nicht extra auf speziellen Plattformen wie Roblox oder Decentraland anmelden müssen, sinken die Hürden für die Nutzung.Im Frühjahr 2023 hat Journee gemeinsam mit dem Kosmetikhersteller Clinique erstmals ein Metaverse-Erlebnis direkt in einen E-Commerce-Shop eingebaut - ebenfalls von überall über Desktop oder Smartphone zugänglich.

Journee beschäftigt mittlerweile 85 Mitarbeiter an Standorten in Berlin, New York, Dubai, Kapstadt und Stockholm. Im Etailment-Interview stellt Mitgründer Thomas Lorenz sein Start-up vor.

Mal ehrlich und ohne Buzzwords: Wie würden Sie Ihren Eltern das Start-up erklären?
Ich würde sagen: Mama, bisher kennst du im Internet Text, Bilder und Videos. Mit uns gibt es jetzt im Internet auch interaktive Videos, in denen du zusammen mit anderen live Dinge tun kannst. Die Firma deines Sohnes hat dafür eine patentierte Technologie gebaut, die von vielen Unternehmen weltweit genutzt wird, um zum Beispiel ihre Kunden mehr zu begeistern, besser zu verkaufen oder Zusammenarbeit im Browser zu ermöglichen. Und es läuft direkt auf deinem Smartphone oder Computer in dem Browser, den du schon kennst.
Wie beschreiben Sie Ihr Geschäftsmodell einem möglichen Partner in einem Tweet (280 Zeichen)?

Journee ermöglicht es Unternehmen, mit einer neuen Form von interaktiven Websites ihre Ziele besser zu erreichen (z. B. durch besser performende E-Commerce-Seiten, Marketingkampagnen, effizientere digitale interne Kollaboration und Simulation). Für diesen Mehrwert sind Unternehmen bereit, uns Lizenzen für die Nutzung unserer Plattform und Lösungen zu zahlen.

Welche Unternehmen/Kunden konnten Sie bereits überzeugen?
Die Palette an Kunden ist sehr breit und geht quasi durch alle Segmente und Kontinente. Von Siemens in Deutschland zu Shiseido in Singapur, von Condé Nast in London bis Estée Lauder Group in New York, von N-Able in Texas bis H&M in Schweden.

Mit wem würden Sie gerne ins Geschäft kommen?
Für kommende Cases sind wir mit vielen spannenden Unternehmen im Gespräch, zum Beispiel aus Japan und den USA. Aber auch NGOs, politische Institutionen, Regierungen oder Museen erkennen den Mehrwert des virtuellen Raums, um Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen zusammenzubringen. Wir wollen diese immersiven Erlebnisse zum neuen Standard im Web machen.Was war die wichtigste Erkenntnis seit dem Start?
Nur ein schönes, immersives Erlebnis zu bauen, reicht nicht. Das immersive Erlebnis muss für Unternehmen einen konkreten Return-on-Investment schaffen: Sei es ein effizienteres Onboarding neuer Mitarbeiter oder die Steigerung der Conversion im E-Commerce-Shop.

Auf welche Erfolgszahl sind Sie besonders stolz?
Ohne herausragende KPIs hätte unsere Lösung keine Marktrelevanz. Wir sind zum Beispiel sehr stolz darauf, Verweildauern um über 250 Prozent zu erhöhen, Conversion-Rates im E-Commerce um 50% zu steigern und Net-Promoter-Scores von 98% zu erreichen.

Welche Schlagzeile würden Sie gerne in fünf Jahren über Ihr Start-up in einer Wirtschaftszeitung lesen?
Journee hat die Ära des zweidimensionalen Internets abgelöst

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Geschrieben vonUlrike Sanz Grossón

Redakteurin

Ulrike Sanz Grossón schreibt seit 2017 auf etailment.de über die digitalen Konzepte großer und kleinerer Einzelhandelsunternehmen. Die studierte Germanistin und Amerikanistin war journalistisch zunächst als freie Mitarbeiterin in der Lokalredaktion der "Taunus-Zeitung" (Frankfurter Neue Presse) und bei "Horizont" tätig. Es folgte das Volontariat bei der "Lebensmittel Zeitung". Seit 2003 schreibt sie als Redakteurin für verschiedene Publikationen des Deutschen Fachverlags.

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