Kundin greift im Supermarkt nach einem Produkt neben leuchtendem Instore-Werbedisplay
© Black Forest Labs / Flux

Marketing of Moments: Der letzte Impuls vor dem Kauf

Retail-Media ist nicht umsonst einer der heißesten Marketingtrends: Es ermöglicht Herstellern, Werbeimpulse noch am Ort der Kaufentscheidung zu senden, und Händlern, ihren direkten Zugang zum Konsumenten zu monetarisieren. Der Düsseldorfer Dienstleister Marketing of Moments will beide Seiten zusammenbringen und neue Werbemöglichkeiten am Point of Sale schaffen. Im Etailment-Interview spricht Gründer Benedikt Blaß über Partnerschaften im Lebensmittehandel und über ein aktuelles Projekt für Köl...

USUlrike Sanz GrossónRedakteurin
4 Min.· Aktualisiert am
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Marketing of Moments arbeitet eng mit Händlern, Agenturen und Werbetreibenden zusammen, erarbeitet für sie Retail-Media-Strategien und unterstützt bei der Auswahl der passenden Technologien. Ein Netzwerk von Partnern und Bildschirmen im deutschsprachigen Raum soll Marken vielfältige Möglichkeiten bieten, ihre Zielgruppen genau dort anzusprechen, wo es relevant für sie ist: am PoS, stationär oder digital.Unter dem Dach des "Retail Moments"-Channels werden derzeit die Inventare von sieben Partnern mit rund 1.500 Instore-Screens in Lebensmitteleinzelhandel, Drogerien sowie Getränke-Fachmärkten gebündelt und vermarktet. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Gesundheitssektor (Arztpraxen, Apotheken, Fitnessstudios). Im Etailment-Interview stellt MoM-Mitgründer Benedikt Blaß das Start-up vor.


Mal ehrlich und ohne Buzzwords: Wie würden Sie Ihren Eltern das Start-up erklären?
Auf der einen Seite konzipieren wir mit Händlern neue Werbeprodukte für endemische und nicht endemische, gelistete und nicht gelistete Kunden und setzen diese um. Diese neuen Werbeangebote bringen wir über Agenturen zu Werbekunden. Als Grundlage für die Werbeprodukte nutzen wir den Kontext, also das Umfeld der Werbung – dazu gehören zum Beispiel Website und Store – und die Kundendaten des Händlers. Durch diese sorgfältige Kombination schaffen wir eine maßgeschneiderte Basis für eine solide Werbestrategie.Wie beschreiben Sie Ihr Geschäftsmodell einem möglichen Partner in einem Tweet (280 Zeichen)?
MoM bietet Retail-Media as a Service: Für Händler konzipieren wir neue Werbeprodukte, Advertisern bieten wir einzigartige Touchpoints zur zielgerichteten Kommunikation.

Welche Unternehmen/Kunden konnten Sie bereits überzeugen?
Wir unterscheiden bei uns zwischen der Supply- und der Demand-Seite. Auf der Supply-Seite arbeiten wir mit den renommierten Getränkefachhändlern Getränke Hoffmann, Getränkeland und Heurich zusammen und bauen den Bereich Getränke weiter aus. Über EMSU haben wir Zugriff auf Inventare im Lebensmitteleinzelhandel bei Rewe und Edeka. Ein ganz aktuelles Projekt starten wir gerade mit der Kölle Zoo Holding GmbH. In diesem Projekt werden wir unser ganzes Portfolio an Werbeprodukten anbieten, dazu zählen die Kanäle Instore, Website, Offline, App, Audience-Extension. Das Ganze reicht dann von Search Ads im Shop, über Platzierungen auf Handzetteln, bis hin zu Instore-Platzierungen und CTV-Kampagnen, die First-Party-Daten als Audience-Extension nutzen.
Auf der Demand-Seite arbeiten wir mit Media-Agenturen, Spezialmittlern und auch Kunden direkt zusammen. Als MoM Special bieten wir zusätzlich ein eigenes Produkttest-Tool und Media for Listing an.Mit wem würden Sie gerne ins Geschäft kommen?
Ich möchte hier jetzt nicht einzelne Unternehmen hervorheben, denn dann würde es eine sehr lange Liste werden. Wir freuen uns immer darüber, wenn wir mit Unternehmen zusammenarbeiten dürfen, die offen für Veränderungen sind. Das ist die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Kooperation. Händler, die Retail-Media im eigenen Unternehmen einführen, müssen eine gewisse Bereitschaft für Wandel mitbringen. Auch Werbetreibende müssen durch Retail-Media alte Muster und Verantwortlichkeiten zwischen Marketing und Sales neu bewerten.

Was war die wichtigste Erkenntnis seit dem Start?
Dass unser Geschäftsmodell funktioniert und Bedarf auf Seiten der Händler und Werbetreibenden besteht. Das Thema Retail-Media ist komplex und es werden zunehmend Anforderungen an den Markt formuliert. Wir merken, dass wir als unabhängiges Unternehmen Themen nach vorne bringen können. Dazu zählen zum Beispiel Kollaborationen unter Händlern zu Daten oder auch Messbarkeitsstandards.Auf welche Erfolgszahl sind Sie besonders stolz?
Auf eine einzelne Zahl möchte ich unseren Erfolg gar nicht zurückführen. Ich bin stolz darauf, dass ich mit Dennis Götze als Co-Founder seit dem 01.10.23 einen der Top-Retail-Media-Experten im DACH-Raum an meiner Seite habe. Ich bin stolz, dass die MoM profitabel ist und aus dem selbst generierten Cash-Flow wächst. Zudem kommen jeweils im Februar und April noch einmal zwei Top-Leute aus dem Media- und Retail-Bereich an Bord und werden uns tatkräftig unterstützen, das Thema Retail-Media-as-a-Service weiter auszubauen.

Welche Schlagzeile würden Sie gerne in fünf Jahren über Ihr Start-up in einer Wirtschaftszeitung lesen?
Marketing of Moments GmbH prägt den Retail-Media-Markt

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Geschrieben vonUlrike Sanz Grossón

Redakteurin

Ulrike Sanz Grossón schreibt seit 2017 auf etailment.de über die digitalen Konzepte großer und kleinerer Einzelhandelsunternehmen. Die studierte Germanistin und Amerikanistin war journalistisch zunächst als freie Mitarbeiterin in der Lokalredaktion der "Taunus-Zeitung" (Frankfurter Neue Presse) und bei "Horizont" tätig. Es folgte das Volontariat bei der "Lebensmittel Zeitung". Seit 2003 schreibt sie als Redakteurin für verschiedene Publikationen des Deutschen Fachverlags.

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