Start-ups im Geldrausch

Start-ups im Geldrausch

Rekord, Rekord, Rekord: Eine Jubelmeldung jagt die nächste in der deutschen Start-up-Szene. Welche Jungunternehmen am meisten Geld einsammeln konnten, wo Deutschland im Europavergleich steht – und weshalb es mehr gibt als Berlin.

MSMarion SchalkRedakteurin
3 Min.· Aktualisiert am
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Rekord, Rekord, Rekord: Eine Jubelmeldung jagt die nächste in der deutschen Start-up-Szene. Welche Jungunternehmen zuletzt am meisten Geld einsammeln konnten, wo Deutschland im Europavergleich steht – und dass es noch mehr gibt außer Berlin.

Jüngst meldete die Beratungsfirma Barkow Consulting, dass deutsche Fintechs im ersten Quartal 2019 über 686 Millionen Euro eingesammelt haben, so viel wie nie zuvor. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum habe sich das Investitionsvolumen sogar verdoppelt.

Das lag auch an einigen umfangreichen Investitionsrunden wie die des Finanz-Start-ups N26. Die übrigens für sich genommen auch ein Rekord war, weil die Bewertung der Smartphone-Bank mit den 300 Milliarden US-Dollar an eingesammeltem Geld auf 2,7 Milliarden US-Dollar kletterte; kein anderes Fintech in der deutschen Start-up-Szene hat eine höhere Bewertung. Zudem stieg N26 damit zum sogenannten Unicorn auf, zu einem Unternehmen mit Milliardenbewertung.

Außerdem sammelte Friday, digitaler Autoversicherer, 114 Millionen Euro ein, der digitale Versicherungs-Marktplatz WeFox bekam 110 Millionen Euro und Zins-Vermittler Raisin 100 Millionen Euro.

Her mit dem Geld

Der Blick auf 2018 zeigt: Die Rekordwelle hält bereits länger an. Im vergangenen Jahr hat die deutsche Start-up-Szene so viel Geld eingesammelt wie noch nie, meldete die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY, ehemals Ernst & Young. Insgesamt knapp 4,6 Milliarden Euro haben Investoren in deutsche Jungunternehmen gesteckt, das sind 7 Prozent mehr als im Vorjahr.

Auch die Zahl der Investitionen erreichte laut dem „Start-up-Barometer“ von EY mit 615 einen neuen Höchststand. Im Jahr zuvor waren es noch 507 Transaktionen.

Berlin ohne Mega-Investition

Innerhalb Deutschlands verteidigte Berlin demnach seinen Titel als Start-up-Hauptstadt; wenn auch nicht mehr mit einem so rapiden Wachstum wie in den vergangenen Jahren. Die Zahl der Finanzierungen lag mit 247 Finanzierungsrunden über insgesamt 2,64 Milliarden Euro um 6 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum; doch die Anzahl der Transaktionen sank.

Andere Städte holen auf: In Bayern stieg das Investitionsvolumen 2018 um 97 Prozent auf 802 Millionen Euro, in Hamburg um 138 Prozent auf 548 Millionen Euro und in Nordrhein-Westfalen sogar um 154 Prozent auf 243 Millionen Euro. Neben klassischen Risikokapitalinvestitionen wurden für die Studie auch Mittelzuflüsse aus Börsengängen und ICOs (Initial Coin Offerings) berücksichtigt.

E-Commerce verliert Spitzenposition

Das meiste Geld floss übrigens wie zuvor in E-Commerce-Unternehmen – die Gesamtsumme ging aber gegenüber 21017 um 12 Prozent auf 1,64 Milliarden Euro zurück. Einen massiven Anstieg verzeichnet hingegen das Segment Software & Analytics: Künstliche Intelligenz, Blockchain, Virtual und Augmented Reality, Cloud Computing, Cyber und Analytics.

Die Investitionssumme in diesem Segment hat sich laut EY im Vergleich zum Vorjahr von 295 auf 670 Millionen Euro mehr als verdoppelt; die Anzahl der Finanzierungen stieg von 75 auf 148, während der E-Commerce 101 Finanzierungen zählte. Damit verlor der E-Commerce zumindest bei der Zahl der Finanzierungen seinen Spitzenplatz im Branchenvergleich.

Deutsche Start-up-Szene: In Europa ganz vorn mit dabei

Auch europaweit ist Deutschlands Start-up-Szene angekommen. Nicht nur, dass Deutschland im Länderranking bei den Finanzierungen und beim Investitionsvolumen unter den Top 3 rangiert; auch beim Städteranking schickt die Bundesrepublik gleich drei Metropolen ins Rennen – so viele wie kein anderes Land.

Die deutsche Start-up-Szene ist erwachsen geworden.

Unser Ranking zeigt, welche Jungunternehmen ganz vorne in Europa und Deutschland mitspielen. Und dass innerhalb Europas nicht nur Berlin als Hot Spot mithalten kann.

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Geschrieben vonMarion Schalk

Redakteurin

Marion Schalk, 37, ist Redakteurin bei Der Handel und etailment.de. Sie schreibt hauptsächlich über den Handel und das liebe Geld: Finanzierung, Payment, Geldanlage, Investionen, Unternehmensnachfolge. Regelmäßig berichtet sie auch über große und kleine Handelsunternehmen und deren Weg in die digitale Zukunft. Als leidenschaftliche Online-Shopperin kennt sie die kleinen und großen Fallstricke von Multi- oder Omnichannel-Konzepten - und weiß um den wichtigsten Aspekt: Der Kunde! Marion Schalk kam von WSJ.de: als Mitglied des Gründungsteams das digitale Wall Street Journal Deutschland auf den Weg gebracht. Davor war sie Redakteurin in der Wirtschaftsredaktion von T-Online, in den Anfangsjahren ihres Berufslebens arbeitete sie als PR-Beraterin bei Publicis und in der Pressestelle von T-Online International. Sie studierte Politikwissenschaft und Germanistik und schloss ihr Master Degree mit Auszeichnung ab. Sie finden die Autorin bei Twitter unter dem Namen @mschlk, bei LinkedIn und Xing. Telefon Nr. +069 7595 1695 E-Mail: schalk@derhandel.de

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