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Stur will die Gusseisenpfanne alltagstauglich machen

Nachhaltiges Kochgeschirr gab es schon lange vor Klima-Claims und Greenwashing. Die Gründer des Berliner D2C-Start-ups Stur sind überzeugt: Ihre Gusseisenpfannen sind so langlebig, dass sie sogar zum Familienerbstück taugen. Im Etailment-Interview erzählt Mitgründer Filip Mierzwa, wie eine Onlinecommunity aus Hobbyköchen die Gründung möglich machte.

USUlrike Sanz GrossónRedakteurin
4 Min.· Aktualisiert am
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Seit 2019 sind Mierzwa und Köstler selbst Hersteller von Gusseisenpfannen, die sie über den eigenen Onlineshop vertreiben. Möglich wurde dies durch eine Crowdfunding-Kampagne, die knapp 1,9 Millionen Euro erzielte.Die Entscheidung der beiden Gründer fiel nicht nur wegen der guten Brateigenschaften auf Gusseisen, sondern auch, weil das Material sehr langlebig und damit nachhaltig ist: Während sich alle künstlich beschichteten Pfannen früher oder später abnutzten und ersetzt werden müssten, sei eine gute Gusseisenpfanne eine Anschaffung fürs Leben - "die man vielleicht sogar an seine Kinder weitergeben kann". Die Garantiezeit wird im Stur-Onlineshop jedenfalls mit 50 Jahren angegeben.

Hergestellt werden die Pfannen, deren Preis bei 149 Euro aufwärts liegt, in Deutschland. Von Omas Gusseisenpfanne unterscheiden sie sich aber doch ein wenig: Durch eine mechanische Nachbehandlung nach dem Gießen erhalten sie eine feine Rillenoberfläche und sind leichter als traditionelle Gusseisenpfannen.

Im Etailment-Interview spricht Stur-Gründer Filip Mierzwa über die Community der "Pfannenhelden" und über berühmte Kunden in der Gastronomie.
Mal ehrlich und ohne Buzzwords: Wie würden Sie Ihren Eltern das Start-up erklären?
Vielleicht kennt ihr Gusseisenpfannen noch von dem Essen bei Oma, es gab sie nämlich schon früher – wir haben nur verlernt, damit zu kochen. Wieso Gusseisen? Ganz einfach: Bei künstlich beschichteten Pfannen löst sich nach zwei bis drei Jahren die Beschichtung – Gusseisenpfannen hingegen werden mit jeder Nutzung besser, weil sie eingebrannt werden und dadurch eine Patina erhalten. Gusseisenpfannen sind so robust, dass sie über Generationen halten. Mit Stur haben wir der klassischen Gusseisenpfanne ein Upgrade verpasst: Unsere Pfannen haben ein modernes Design, sind leichter als traditionelle Gusseisenpfannen, und wir haben einen Videokurs rund um die Nutzung und die Pflege der Pfannen erstellt, der für alle Käufer kostenlos ist.

Wie beschreiben Sie Ihr Geschäftsmodell einem möglichen Partner in einem Tweet (280 Zeichen)?
Stur ist ein Berliner D2C-Start-up, das nachhaltige Designklassiker für die Küche entwirft. Unsere innovative Gusseisenpfanne haben wir über 70.000 Mal verkauft. Gemeinsam mit unserer Community arbeiten wir kontinuierlich an weiterem Kochgeschirr, das ein Leben lang hält.

Welche Unternehmen/Kunden konnten Sie bereits überzeugen?
Unser Fokus liegt aktuell auf Endkunden. Wir haben mit einer Crowdfunding-Kampagne über die Plattform Kickstarter begonnen und vertreiben nun Direct-to-Consumer über unseren Onlineshop. Unsere Community zählt über 50.000 Newsletterabonennten. Zu unseren Kunden gehören neben Hobbyköchen auch Profis, und es gibt einige Restaurants und Kochschulen, in denen mit unseren Produkten gekocht wird – darunter Jan Hartwig in München und Tim Raue oder Ember OFC in Berlin.
Was war die wichtigste Erkenntnis seit dem Start?
Wie viel Zeit es in Anspruch nimmt, ein physisches Produkt von Grund auf neu zu entwickeln und herzustellen – von Prozessen über Fehlerkataloge bis hin zur Logistik.

Auf welche Erfolgszahl sind Sie besonders stolz?
Einerseits sind wir stolz auf unser erfolgreiches Crowdfunding, mit dem wir innerhalb eines Monats 1,24 Mio. € eingesammelt haben. Es gibt aber noch eine weitere Zahl, die uns sehr am Herzen liegt: 75.000 €, die wir an die Tafel Deutschland e.V. gespendet haben.

Welche Schlagzeile würden Sie gerne in fünf Jahren über Ihr Start-up in einer Wirtschaftszeitung lesen?
„Warum Stur-Produkte nicht mehr aus der Küche wegzudenken sind“ oder „Stur: Das Le Creuset/WMF unserer Generation“

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Geschrieben vonUlrike Sanz Grossón

Redakteurin

Ulrike Sanz Grossón schreibt seit 2017 auf etailment.de über die digitalen Konzepte großer und kleinerer Einzelhandelsunternehmen. Die studierte Germanistin und Amerikanistin war journalistisch zunächst als freie Mitarbeiterin in der Lokalredaktion der "Taunus-Zeitung" (Frankfurter Neue Presse) und bei "Horizont" tätig. Es folgte das Volontariat bei der "Lebensmittel Zeitung". Seit 2003 schreibt sie als Redakteurin für verschiedene Publikationen des Deutschen Fachverlags.

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