
M-Commerce: Dem Couch-Shopper gehört die Zukunft
Hand aufs Herz. Wenn sie eine Webshop planen, einen Relaunch in die Weg leiten, denken Sie dann auch zunächst in Kategorien von 17 Zoll und 1280x1024-Bildschirmauflösung, um dann im zweiten Schritt die mobile Variante zu definieren? Oder haben beide Systeme wenigstens eine gleichrangige Bedeutung in der Entwicklung? Dem Kunden ist der Kanal nämlich egal. Für ihn entscheidet die Bequemlichk
Man muss kein allzu waghalsiger Prophet sein, um dem E-Commerce am Desktop auf Dauer eine Nebenrolle zuzugestehen, die vielleicht nicht einmal für Treppenlift-Anbieter längere Zeit Relevanz hat. Die Zukunft gehört dem M-Commerce.
Eine Studie von Google hat gerade erst gezeigt, welche Bedeutung das Smartphone und damit der mobile Auftritt schon jetzt für den Abverkauf hat. Die Zahl der Shopper, die die Websites eines Retailer via mobilem Endgerät aufsuchen, steigt konstant.
Sogar bei Otto, das nun nicht in Verdacht steht, Trends mit übertriebenen Erwartungen zu befrachten, prognostiziert ein deutliches Wachstum im M-Commerce. So kommen laut Harald Gutschi, Sprecher der Geschäftsführung von Otto Österreich,derzeit rund fünf Prozent aller Besuche im Online-Shop über mobile Endgeräte. Mittelfristig erwartet Otto laut Atmedia, dass "bis zu 15 Prozent des Umsatzes mit M-Commerce" erzielt werden.
31 Milliarden Dollar Umsatz im Mobile Commerce erwartet Forrester bis 2016. Das wäre ein Wachstum von 36 Prozent.
Eine Studie des mobilen Werbenetzwerks Inmobi kommt obendrein zu dem Ergebnis, dass über die Hälfte der mobile Nutzer (53 Prozent) schon einmal etwas über ihr mobiles Endgerät gekauft haben. 76 Prozent planen etwas in diesem Jahr zu kaufen
Es würde vermutlich deutlich mehr sein, wenn Händler aktiv in intelligente und einfache M-Commerce-Lösungen investieren würden, anstatt sich vom Nutzerverhalten treiben zu lassen. Jede Wette, dass so manch ein Einkauf am PC nur deshalb - und glücklicherweise - noch zustandekommt, weil der Zahlvorgang am Smartphone zu umständlich und obendrein Flash-belastet ist.
Chefredakteur
Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.
Alle Beiträge