
TGIF 2: Das stille Örtchen
Meine Oma sagte immer: Wenn man den Kopf in den Sand steckt, schaut immer noch der Hintern heraus. Wie komme ich jetzt darauf? Ach ja. Meinereiner geht ja meist abends im Bett auf Einkaufstour, oft auch morgens bei der Schale Körner von Mymuesli. Ganz, ganz selten auch – aber das wollen Sie gar nicht so genau wissen.
Fakt ist: Die konsumfreudige und interaktive Zielgruppe ist mit Smartphone und Tablet längst derart verwachsen, dass Desktop-Shopping als digitaler Seniorenausflug ins Shoppingcenter erscheint. Und selbst ältere Semester gehen gerne mal mobil bummeln, weil das Tablet in Griffweite ist, während sie sich gelangweilt beim "Tatort" auf der Couch rumlümmeln.
Manch einer mag einwenden: Meine Kunden shoppen nicht mobil. Das kann aber auch am miesen und unauffindbaren Auftritt liegen. Schlechte mobile Website, schlechtes Ranking bei Google – so simpel ist die Gleichung. Anders gesagt: Eine mobile Website, die nicht mal einfache Wurstfinger-Tests besteht, ist so sinnvoll, als würde man seinen Laden in der Fußgängerzone mit dem Hintern zur Laufkundschaft bauen. Dabei kann man dann bequem den Kopf in den Sand stecken.
Da kann er dann auch bleiben, wenn Sie weiter nichts von Responsive Design hören wollen. Webshops, die solcherlei Bequemlichkeit nicht bieten, wird alsbald jeder Kunde geistig das Klo runterspülen. Ihnen fallen aber bestimmt noch andere Bilder zu diesen stillen digitalen Örtchen ein.
Chefredakteur
Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.
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