TGIF 3: Spielerisch zahlen

TGIF 3: Spielerisch zahlen

Erinnern Sie sich noch an Ihre Kinderzeit? Wenn Sie Ihre Mutter mit einem neuen und besonders tollen Kunststück beeindrucken wollten – und das ging dann total in die Hose? Ist mir neulich erst wieder passiert. Da wollte ich meiner Mutter zeigen, wie toll die Zukunft von heute mit Mobile Payment ist. Klappte natürlich nicht.

OKOlaf KolbrückChefredakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Die Kassiererin wusste nicht Bescheid. Und weil es auch mein „erstes Mal“ war, verhedderte ich mich. Alle in der Schlange (außer meiner Mutter) schauten genervt, und dann stürzte das Smartphone ab. Ich war frustriert, überlegte kurz, ob ich mich schreiend auf den Boden werfe. Dann fiel mir noch rechtzeitig mein Alter ein.

Mutter hat dann bar bezahlt und mich ganz mitfühlend angesehen, wie das eben nur Mütter können. Ein bisschen gemein war dann aber die Frage, wofür das nun alles überhaupt gut sein soll. Ich murmelte etwas von Schnäppchen, Schnelligkeit, Bequemlichkeit, digitalen Kassenbons. Sie hat dann noch mitfühlender geguckt.

Stimmt ja auch. Denn es wird noch lange dauern, bis Mobile Payment im Heute ankommt. Überzeugen kann die Zahlart nur dann, wenn sie etwas aufbietet, was der klassische Bezahlvorgang, jener unangenehmste Moment beim Einkauf, sonst nicht bietet. Spaß nämlich. Es muss Lust machen, mit dem Handy zu bezahlen. Das aber wird das große Kunststück sein.

Gerade hab ich nochmal meine Mutter angerufen, ihr gesagt, dass man jetzt bei Aldi Nord, also bei "ihrem" Aldi mobil bezahlen kann. Ratzfatz. Sie hat gelacht, meinte, ob das der technische Forschritt sei, dass nun alles langsamer werde.

Wieso, fragte ich.

Schließlich, so meine Mutter, seien die Aldi-Kassiererinnen früher mit dem Tippen der Preise immer schneller gewesen als jede Scanner-Kasse. Wenn man jetzt mit dem Handy zahlen würde, dann wäre der Zeitvorteil der flott Bargeld zählenden Mitarbeiterinnen ja völlig für die Katz. Da könne sie sich ja gleich beim Konsum in die Schlange stellen.

`Rewe ist das, ein Rewe ist das jetzt`, wollte ich ihr noch sagen und erklären, dass man da jetzt auch online bestellen kann. Aber sie hatte den Hörer schon auf die Gabel gelegt.
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Geschrieben vonOlaf Kolbrück

Chefredakteur

Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.

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