
Totgesagte leben länger
Zum ersten Mal sinkt der Anteil des Girocard-/Electronic-Cash-Systems am Gesamtumsatz an den Ladenkassen. Auftrieb erfährt hingegen ein bereits totgeglaubtes Zahlungssystem.
Provisionen deutlich gesunken
Zwar ist das Debitsystem der Deutschen Kreditwirtschaft laut EHI mit 23,2 Prozent Anteil am Zahlungsverkehr an den Einzelhandelskassen immer noch Marktführer; doch das sind 0,5 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Und das, obwohl der mittlere Provisionssatz nach den Berechnungen des Forschungsinstituts für die Händler nur noch bei 0,197 Prozent liegt – deutlich unter den alten Monopolgebühren von 0,3 Prozent.
Totgesagte leben länger
Zugleich gewinnt das von vielen bereits abgeschriebene Elektronische Lastschrift-Verfahren (ELV) an Popularität. 77,7 Prozent aller großen Handelsunternehmen setzen auf dieses Verfahren, als Ergänzung des Electronic-Cash-/Girocard-Systems. Der Anteil dieses Bezahlverfahrens kletterte um 0,8 Prozentpunkte auf 14,2 Prozent am gesamten Umsatz.
Während der Marktführer Anteile verliert, geht es für die Kreditkartenbranche aufwärts: Die Umsätze dieser Karte seien "signifikant" angestiegen auf 22,9 Milliarden Euro, berichteten die Forscher des EHI. Das entspricht einem Gesamtumsatzanteil von 5,7 Prozent. Im Vorjahr waren es noch 5,3 Prozent. Der Grund: Nach der EU-weiten Deckelung der Interchange-Gebühren auf 0,3 Prozent für Kredit- und 0,2 Prozent für Debit-Karten akzeptieren immer mehr große Discounter und Händler flächendeckend Kreditkarten. "Wir gehen davon aus, dass sich dieser Effekt im laufenden Jahr weiter verstärken wird", sagte Horst Rüter, Zahlungsexperte beim EHI. Das Institut schätzt, dass der Anteil auf 6,2 Prozent wachsen wird.
Die Gesamtprovision für die Akzeptanz von Kreditkarten liege bei großen Unternehmen derzeit bei 0,6 bis 1,0 Prozent und damit um knapp die Hälfte unter der Belastung vor Regulierung.
Bargeld immer noch am beliebtesten
Nach wie vor zahlen die Kunden jedoch immer noch am liebsten mit Bargeld: Der Bargeld-Anteil an der Kasse liegt immer noch bei 52,4 Prozent; das sind aber 0,9 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr.
Übrigens: Unter den 489 befragten Unternehmen mit 80.000 Betrieben aus 35 Handelsbranchen sprach sich die Mehrheit für eine Auslistung der 1 und 2-Cent-Münzen aus. Die Kosten der Geldversorung fielen geringer aus, der Bezahlvorgang an der Kasse gehe schneller und der Verwaltungsaufwand schrumpfe. Die Abschaffungsgegner hingegen fürchten wenig Verständnis beim Kunden und Preisumgestaltungen.
Weitere Details zur Studie finden Sie in unserer aktuellen Ausgabe von Der Handel, die am 9. Mai erscheint.
Redakteurin
Marion Schalk, 37, ist Redakteurin bei Der Handel und etailment.de. Sie schreibt hauptsächlich über den Handel und das liebe Geld: Finanzierung, Payment, Geldanlage, Investionen, Unternehmensnachfolge. Regelmäßig berichtet sie auch über große und kleine Handelsunternehmen und deren Weg in die digitale Zukunft. Als leidenschaftliche Online-Shopperin kennt sie die kleinen und großen Fallstricke von Multi- oder Omnichannel-Konzepten - und weiß um den wichtigsten Aspekt: Der Kunde! Marion Schalk kam von WSJ.de: als Mitglied des Gründungsteams das digitale Wall Street Journal Deutschland auf den Weg gebracht. Davor war sie Redakteurin in der Wirtschaftsredaktion von T-Online, in den Anfangsjahren ihres Berufslebens arbeitete sie als PR-Beraterin bei Publicis und in der Pressestelle von T-Online International. Sie studierte Politikwissenschaft und Germanistik und schloss ihr Master Degree mit Auszeichnung ab. Sie finden die Autorin bei Twitter unter dem Namen @mschlk, bei LinkedIn und Xing. Telefon Nr. +069 7595 1695 E-Mail: schalk@derhandel.de
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