
Urbanara und eBay: Warum Online-Händler große Lust auf Pop-up-Stores haben
Pop-up-Stores - temporäre Shops - die nur für kurze Zeit öffnen, sind gerade bei Modelabels beliebt. Aber auch Händler finden zunehmend daran gefallen. Schließlich ist der Kunde längst in der Multichannel-Welt angekommen, wie die Marktforscher von eResult in einer Studie für Netz98 gerade wieder festgestellt haben. Da kann man ja schon mal mit einem Pop-up-Store die Präsenz in der Bricks & Mortar-Welt testen. In Berlin hat jetzt der Onlinehändler Urbanara eine Shopwelt für Wohnaccessoires erö...
Da kann man ja schon mal mit einem Pop-up-Store die Präsenz in der Bricks & Mortar-Welt testen. In Berlin hat jetzt der Onlinehändler Urbanara eine Shopwelt für Wohnaccessoires eröffnet und zeigt dabei, dass ein Pop-up-Shop für Pure Player nicht nur als stationärer Testballon seine Berechtigung hat. eBay verwandelt seinen Pop-up-Weihnachtsmarkt in Leipzig sogar in ein multimediales Erlebnis
Auf 80 Quadratmetern an der Schönhauser Allee 48 zeigt Urbanara mit viel Spielraum und hochwertiger Raumgestaltung seine Produktwelt. Regale haben eher Design-Charakter. Um wirklichen Vertrieb geht es dabei weniger. Der Kunden soll vielmehr offline in die Warenwelt abtauchen. Kunden sollen sich, so CEO Benjamin Esser, von der "Love at first touch Garantie" des Händlers überzeugen. Haptische Romantik - von der dann das Online-Geschäft profitiert.
Pop-up-Stores sind ein brauchbares Marketinginstrument für Onlinehändler, weil sie bei eher weniger onlineaffinen Kunden Vertrauen aufbauen können (Wer einen Laden hat, der kann auch liefern) und die Marke bekannter machen. Das elegant umgesetzte Shopkonzept von Urbanara zeigt zudem, dass Pop-up-Stores eine wunderbare Gelegenheit sind, die eigene Markenwelt begehbar und erlebbar zu machen. Der Offline-Shop stärkt die Online-Marke.
Das nutzen sogar große Anbieter wie Zalando, der mit einem Pop-up-Store in der Weinmeister Straße in Berlin-Mitte im Früjahr den Start seiner eigenen Kollektion vorführte.
Der nächste logische Schritt nach Pop-Up-Stores wäre dann der Start punktueller Flagships-Stores in Metropolen, wie es beispielsweise Bonobos vormacht. So - und so klein - haben auch einmal Markenartikler angefangen. Doch was einst nur Marektingtool war, hilft ihnen inzwischen auch beim Geld verdienen.
Auch bei Urbanara ging der Vertrieb nicht leer aus. Umsatz am ersten Geschäftstag: fünfstellig.
Dass das Thema noch ausbaufähig ist, zeigte gerade eBay in Leipzig, die schon vor einem Jahr mit einem Weihnachts-Store in London Erfahrungen sammelten. Diesmal begleitete ein „Pop-Up-Weihnachtsmarkt“ auf dem Augustusplatz in Leipzig (Video) den Start der Marketing-Kampagne.
Statt eines klassischen Store gab es aber einen - zunächst verbarrikadierten - Mini-Weihnachtsmarkt mit Marktständen, Glühweinausschank, Weihnachtsbaum, Kunstschnee, Akrobatik und Musik. Über einen auf Plakaten platzierten QR-Code konnten die Passanten direkt zu der mobilen eBay-Weihnachtsseite gelangen und Geschenke kaufen.
Auch hier gab es eine klare Werbebotschaft: Der Hinweis auf den wachsender Handelskanal Mobile Commerce und die Auflösung der Grenzen zwischen Offline- und Online-Handel, für sich eBay so als erlebnisfreudige Anlaufstelle zeigte.
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Chefredakteur
Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.
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