
Urbanara wagt den Gang an die digitale Börse
Bislang ist Urbanara unter anderem mit kreativer TV-Werbung und schicken Pop-up-Stores aufgefallen. Jetzt könnte ein neues Kapitel in der Unternehmensstrategie für einen regelrechten PR-Boost sorgen - nämlich die möglicherweise europaweit größte Crowd-Investition. Der Home-Acccessoire-Shop macht seine Kunden über eine Crowdfinanzierung zu Miteigentümern. Das Verfahren gleicht einem Börsengang: In einem zweiwöchigen Zeitraum im September können Fans und Interessenten über die Handelsplattform ...
Mindestens 3 Mio. Euro neues Kapital will Urbanara auf diese Weise ab September bei Bergfürst hereinholen. Wie hoch der Betrag genau wird, bestimmen die Kunden durch ihr Gebot innerhalb der Zeichnungsspanne selbst mit. Einsteigen kann man ab 250 Euro.
Genutzt wird für das Crowdinvesting die neue Handelsplattform Bergfürst. Das besondere dort: Bei Bergfürst können die Aktien von den Investoren gehandelt werden. Bedingung für eine mögliche Emission ist – wie an der klassischen Börse – ein von der BaFin gebilligter Wertpapierverkaufsprospekt.
Neben der Aussicht auf Kursgewinne locken noch andere Vorteile. Urbanara bietet seinen Miteigentümern Vergünstigungen und zusätzliche Services im Shop.
Für Urbanara lohnt sich das Crowdinvesting nicht nur mit Blick auf frisches Kapital, sondern auch mit Blick auf den PR-Effekt. Investoren sind, dass zeigen die Erfahrungen beim Crowdfunding, wertvolle Multiplikatoren in sozialen Netzwerken.
Ziel 2013: 5 Millionen Euro Umsatz
Lohnt sich der Einstieg? Hübsche Kissen für die Couch sind ja allein kein brauchbares Argument. Womöglich schon,
2010 von Claire Davidson, Benjamin Esser und Martin von Wenckstern gegründet, wird Urbanara inzwischen von professionellen Investoren finanziert, verfügt über 25.000 Kunden und erwartet 5 Mio. Euro Umsatz in diesem Jahr. Hinzu kommt; Urbanara setzt auf Eigenmarken, bezieht alle Produkte direkt von den Herstellern. Das macht das Sortiment unique. Das ist gut für den USP und die Kundenloyalität. Hinzu kommt: Der Online-Markt für Heimtextilien gilt als vielversprechendes Wachstumssegment.
Urbanara ist der erste Emittent für Bergfürst, das anders als derartige Plattformen privaten Anlegern die Chance bietet, Beteiligungen anschließend auf einer elektronischen Handelsplattform im Rahmen von Angebot und Nachfrage zu handeln. Dieser Zugang zur Anlage war bisher nur institutionellen Anlegern (zum Beispiel Venture Capital- oder Private Equity Gesellschaften) vorbehalten. Bergfürst musste sich dafür ein Zulassung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) holen.
Auf etwas anderem Wege versucht seit einigen Wochen die Wohndeko-Kette Butlers frische Kapital hereinzuholen. Sie bietet den Kunden Genussscheine an. Ziel: zehn Millionen Euro. Investitionen sind in 100-Euro-Schritten direkt via Homepage möglich. Butlers verspricht 4 Prozent Zinsen.
URBANARA - Crowdinvesting mit BERGFÜRST from URBANARA on Vimeo.
Chefredakteur
Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.
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